Köln: Ein Rettungsanker für Menschen auf der Flucht übers Meer

Köln : Ein Rettungsanker für Menschen auf der Flucht übers Meer

Gründerpaar der Hilfsorganisation Moas überreicht Erzbischof Woelki die Fahne ihres Rettungsschiffes "Phoenix".

34.000 Flüchtlinge hat die maltesische Hilfsorganisation Moas schon auf dem Mittelmeer gerettet und in Sicherheit gebracht. Unter dem Leitspruch "Keiner hat es verdient, auf dem Meer zu sterben" haben Regina und Christopher Catrambone als Privatleute ihr Hilfsprojekt vor einigen Jahren gestartet. "Wenn man so ein Flüchtlingsboot überfüllt mit Menschen auf der Flucht einmal gesehen hat, wie kann man das anders, als Mitgefühl zu empfinden und zu helfen. Ich habe das Glück, in Italien geboren zu sein, aber was wäre uns geschehen, wenn ich und meine Familie in Syrien oder Eritrea geboren wären?", fragt Regina Catrambone.

Eines dieser Boote ist Anfang 2016 in Kooperation mit Moas von Malta nach Köln transportiert worden, um an die vielen Flüchtlinge zu erinnern, die weiterhin unter Lebensgefahr ihren Weg über das Mittelmeer suchen. Zu Fronleichnam diente das Boot auf dem Roncalliplatz als Altar bei der Heiligen Messe mit Rainer Maria Kardinal Woelki. Damals verdeutlichte er in seiner Predigt "Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken."

Inzwischen hat das Boot seinen vorläufigen Platz in der romanischen Kirche Sankt Maria in Lyskirchen gefunden, wo man die Milieukrippe untergebracht hat. Unter der Überschrift "Alle in einem Boot" knüpft das Erzbistum Köln an das Jahr der Barmherzigkeit an und schickt das Flüchtlingsboot Anfang Februar auf eine Reise durch die gesamte Diözese. Gemeinden, Schulen und andere Einrichtungen sind eingeladen, das Boot für einige Zeit aufzunehmen. "Wir haben aktuell Anfragen, die bis in den Sommer 2018 reichen. Dann werden wir das Projekt beenden und das Boot wird Teil der Ausstellung im Bonner Haus der Geschichte werden", bericht der Erzbischof.

Nun haben ihm die Gründer von Moas die Fahne ihres Rettungsschiffes "Phoenix" leihweise überreicht. Sie bleibt solange im Erzbistum, bis das Schiff wieder in See stechen kann. Die Fahne soll nun in die Milieukrippe integriert werden. Sie wurde 2014 vor der ersten Mission der "Phoenix" von Kunsthandwerkern gefertigt und vom Erzbischof von Malta gesegnet. Die Milieukrippe mit der Schiffsflagge kann noch bis zum 2. Februar in Sankt Maria in Lyskirchen besichtigt werden.

(RP)