Köln: Dreiste Diebe und Zuhälter mit Gewissen

Köln: Dreiste Diebe und Zuhälter mit Gewissen

Die Domstadt Köln hat in ihrer langen Geschichte viele spannende Kriminalfälle erlebt, die Thema einer Stadtführung sind.

Heinrich Schäfer war eine der bekanntesten Rotlichtgrößen der Stadt. Seinen Spitznamen "Schäfers Nas'" hatte er vor allem seinem großen Riechorgan zu verdanken - es war außerdem ein Pseudonym, dass jahrzehntelang für Verbrechen aller Art stand. Bis heute legendär ist seine Feindschaft mit einer anderen Größe des Milieus: Anton Dumm, genannt "Dummse Tünn". Am 20. September 1975 gerieten beide in Streit, wobei Schäfer seinen Konkurrenten niederschlug. 1984 wurde Schäfer nach dreijährigen Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Vergewaltigung, Zuhälterei und Freiheitsberaubung zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Das ist nur einer der vielen Kriminalfälle, die Thema eines spannenden Streifzugs zur dunklen Seite Kölns sind. Ein ehemaliger leitender Polizeidirektor erzählt dabei hautnah von dunklen Machenschaften aus der jüngeren Geschichte Kölns. Gemeinsam erkunden Teilnehmer die Schattenseiten der Domstadt - und besichtigen die Schauplätze kleiner und großer Verbrechen.

Es sind Geschichten über leichte Mädchen, schwere Jungs und dubiose Gestalten, die aus Nachrichten und Klatschpresse bekannt sind. Ob Raub, Betrug, Mord oder Prostitution - in der zweistündigen Tour durchstreift man ehemalige Tatorte und taucht ein in die kriminelle Geschichte Kölns vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In Reichweite des Domes tummelten sich nicht nur bei Einbruch der Nacht zwielichtige Gestalten. 1975 brachen drei tollkühne Diebe gar in die Schatzkammer des Domes ein - und 1996 taten es ihnen weitere Langfinger gleich.

  • Wermelskirchen : Spannende Suche zwischen Dokumenten

Bei letzterem Fall ist Heinrich Schäfer wieder einer der Protagonisten, diesmal allerdings auf der Seite des Rechts. Unbekannte stahlen das wertvolle Kreuz aus der Schatzkammer, das traditionell beim Einzug der Erzbischöfe in die Kathedrale vorangetragen wird. Auf Bitten des damaligen Dompropstes Bernard Henrichs konnte Schäfer das Kreuz, aufgrund seiner Kontakte in die kriminelle Unterwelt, wiederbeschaffen. Auf den Finderlohn von 3000 DM verzichtete er.

Die Teilnehmer der Tour erfahren außerdem, was es mit "Kölschem Klüngel" oder dem "Ehrencodex" auf sich hat. Auch über die Entführung Johannes Erlemanns und die Affäre Kieseling berichtet der ehemalige Fahnder in der Tour.

Info Die Führung "Kriminelles Köln" kann unter www.ff-stadtfuehrungen.koeln gebucht werden. Die Führung kostet zwölf bzw. acht Euro ermäßigt pro Person.

(RP)