Geheime Liste der Polizei Das sind Kölns "gefährliche Orte"

Köln · Die Kölner Polizei hat mehrere Plätze und Gegenden in der Stadt als "gefährlichen Ort" eingestuft. Diese geheimgehaltene Liste, die Brennpunkte wie die Kölner Ringe oder die Hornstraße umfasst, hat für Aufregung gesorgt.

Ein "gefährlicher Ort" ist ein polizeijuristischer Begriff und wird in Paragraf 12 des Polizeigesetzes zur Identitätsfeststellung geregelt - seit den 80er Jahren, wie ein Sprecher der Polizei am Dienstag sagt. Die Aufregung unter Kölner Politikern nach einem Bericht im Kölner Stadt-Anzeiger kann man bei der Behörde deswegen nicht verstehen.

Hier können Personen in Köln auch ohne Anlass kontrolliert werden: Die Ringe zwischen Rudolfplatz und Friesenplatz, der Eigelstein, Teile der Altstadt, der Bereich um die Lichtstraße in Ehrenfeld, der Wiener Platz in Mülheim, das Gebiet um die Haltestelle Kalk-Post, Teile von Chorweiler, der Neumarkt, der Kölnberg in Meschenich, Höhenberg-Süd, die Hornstraße und der Finkenberg in Porz.

Leiche in Hochhaussiedlung entdeckt
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Geheim sei die Liste vor allem gewesen, um "Bürger nicht zu verunsichern und Ortsteile nicht zu stigmatisieren", wie ein Polizeisprecher auf Anfrage unserer Redaktion sagt. Es sei ja eh bekannt, dass die Ringe stärker inkriminiert seien als beispielsweise Lindenthal. "Die Ringe sind unter der Woche eine gute Wohngegend, aber zu bestimmten Zeiten gibt es erkennbar mehr Straftaten." Derzeit würde man dort wieder verstärkt kontrollieren.

Damit ein Ort in die Liste aufgenommen wird, muss es belegbare Hinweise geben, dass es dort vermehrt zu Straftaten kommt oder auch welche vorbereitet werden oder sich Straftäter verabreden. In Leverkusen gibt es laut Polizei keine "gefährlichen Orte".

(irz)
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