CSD in Köln 2018: Hunderttausende bei Parade - darunter "Orange is the new Black"-Stars

Parade zum Christopher Street Day : Hunderttausende ziehen beim CSD durch Köln

Cologne Pride 2018: Demonstration für Vielfalt und Gleichberechtigung

Die Parade durch die Kölner Innenstadt am Sonntag ist einer der Höhepunkte der dreitägigen Veranstaltung zum Christopher Street Day. Mit dabei: Drei Schauspielerinnen der Serie „Orange Is The New Black“.

Zu dem bunten Fest- und Demonstrationszug mit Fußgruppen und Trucks waren 170 Fußgruppen und Trucks angemeldet worden - laut der Veranstalter so viele wie nie zuvor. Veranstalter Jörg Kalitowitsch schätzte die Zahl der Zuschauer auf rund eine Million.

Mit dabei: Danielle Brooks (28), Natasha Lyonne (39) und Jackie Cruz (31), Stars aus der Netflix-Serie „Orange Is The New Black“. Der Auftritt ist Teil einer Promo-Tour zum Start der sechsten Staffel der Serie. Sie ist wegen der lesbischen und transgender Figuren in der queeren Community besonders beliebt. „Die Serie ist ein Pionier, was Vielfalt angeht. Es ist toll, heute die Leute zu sehen, die uns unterstützen“, sagte Cruz während der Parade.

Die Schauspielerinnen signierten Regenbogenflaggen, posierten für Fotos und feierten ordentlich mit. „Die Serie ist ein Pionier, was Vielfalt angeht. Es ist toll, heute die Leute zu sehen, die uns unterstützen. Sie zeigen, dass sie nicht alleine sind“, sagte Cruz während der Parade. „Der CSD ist großartig.“

Auch Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln nimmt gemeinsam mit dem Fanclub "Andersrum rut-wiess" an diesem besonderen Event teil. Mit eigenem Wagen und einer großen rot-weißen Fußgruppe setzte der Geißbockklub ein Zeichen für Vielfalt und gegen Diskriminierung.

Das diesjährige Motto „Coming out in Deinem Style“ soll die jüngere Generation in ihrer Identitätsfindung unterstützen. Die Selbstmordrate unter LGBTIQ-Jugendlichen sei siebenmal höher als die von gleichaltrigen Heterosexuellen, erklären die Veranstalter ihren Schwerpunkt.

Der Kölner CSD stellt insgesamt 16 politische Forderungen. Die reichen von mehr Unterstützung für LGBTIQ-Geflüchtete bis zum Verbot von Konversionstherapien, die Homosexuelle „heilen“ wollen.

Gleichzeitig ist die Community auch mit sich selbst beschäftigt. Lesbische Frauen fordern seit Langem mehr Sichtbarkeit, sowohl in der Gesellschaft als auch beim CSD. „Vielen ist der CSD zu schwul geworden“, sagt Maren Wuch. Die 53-Jährige gehört zu den Organisatorinnen des „Dyke* March“, einer Demonstration am Vorabend der großen Parade speziell für frauenliebende Frauen.

Sowohl in der Organisation als auch in der Wahrnehmung nach außen würden schwule Männer dominieren, kritisiert sie. Patriarchale Strukturen seien eben auch in der Community sichtbar. „So blöd es klingt: Ich bin doppelt diskriminiert - als Frau und als Lesbe.“

Dyke ist ein englisches Schimpfwort für lesbische Frauen, das die Frauen sich angeeignet haben und so positiv besetzen wollen. „Mit dem Dyke* March wollen wir zeigen, wie vielfältig das L in LGBTIQ ist“, erklärt Wuch. 3000 Teilnehmer in jedem Alter waren dabei. Bei der ersten Demonstration vor vier Jahren war es nur die Hälfte. „Wir scheinen einen Nerv getroffen zu haben“, sagt Wuch. Die Zahl der „Dyke* Marches“ in Deutschland steige mit jedem Jahr.

(woa/top/dpa/sid)
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