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Coronavirus Köln: Corona-Krise ist auch im Kölner Dom spürbar

Weniger Besucher : Die Corona-Krise ist auch im Kölner Dom spürbar

Bis zu 20.000 Menschen besuchen den Kölner Dom eigentlich jeden Tag - doch die Corona-Krise ist auch dort spürbar. In der Karwoche dürfte es allerdings voll werden. Noch ist unklar, wie das Domkapitel die Ostergottesdienste organisiert.

Die Corona-Krise trifft auch den Kölner Dom. Eigentlich besuchen 16.000 bis 20.000 Menschen pro Tag die Kathedrale, aber in den vergangen beiden Wochen waren es nur noch fast halb so viele Besucher, wie der Medienreferent des Kölner Doms, Markus Frädrich, sagt. „Es ist schon deutlich weniger los – das ist in der Stadt spürbar, aber eben auch im Dom“, sagt er.

Die Anweisung des Landes und der Stadt, alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen, führte bislang für den Dom zu zwei Absagen: Eine Lesung des Literaturfestivals Lit.Cologne in dieser Woche, bei der die Schauspieler Christian Brückner und Sylvester Groth Texte von Bertolt Brecht und Dietrich Bonhoeffer vortragen wollten. Außerdem hat das Domkapitel die monatliche Jugendveranstaltung „Nightfever“ am kommenden Samstag abgesagt. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt Frädrich. „Eigentlich kommen immer weniger als 1000 Jugendliche zu dieser Veranstaltung.“

Die Anweisung beeinträchtige den Alltag im Dom aber derzeit nicht, wie Frädrich betont. „Es sind nie 1000 Leute gleichzeitig im Dom, er kann also ganz normal geöffnet bleiben.“ Auch Gottesdienste finden statt. „Bei den Hauptgottesdiensten waren in den vergangenen Tagen maximal 400 Menschen.“ Anders wird das an Ostern aussehen, wenn viele Hundert Menschen die Gottesdienste besuchen wollen. Der Erlass der Stadt gilt zunächst bis Karfreitag, 10. April. „Zur Karwoche und den Ostertagen müssen wir uns noch in Ruhe Gedanken machen“, sagt Frädrich. Einerseits begrüße das Domkapitel die konsequente Linie, große Veranstaltungen zu untersagen. „Das gesundheitliche Wohl unserer Besucher liegt uns am Herzen“, sagt Frädrich. „Aber gleichzeitig wollen wir die besonderen Zeiten im Kirchenjahr natürlich auch geistig prägen ­- dazu gehören die österliche Bußzeit und die Karwoche.“ Das Domkapitel suche nun nach einem Weg, „wie wir das feierlich und verantwortungsbewusst machen können“.

Da die Zahl der Corona-Infizierten täglich steigt, gelten im Kölner Dom drei Maßnahmen:

  • Die Weihwasserbecken werden nicht befüllt, um das Ansteckungsrisiko durch Keime zu verringern.
  • Die Priester fordern in der Liturgie zum Friedensgruß die Gläubigen nicht dazu auf, einander die Hände zu reichen.
  • Außerdem wird allen Gläubigen empfohlen, nicht den Empfang der Mundkommunion einzufordern, sondern auf die Handkommunion auszuweichen.