Christopher-Street-Day 2019 in Köln: Viel mehr als Karneval im Sommer

„50 Years of Pride“ : Christopher-Street-Day in Köln - Viel mehr als Karneval im Sommer

Beim Kölner Christopher Street Day feiern und demonstrieren am Sonntag Hunderttausende Menschen. Die Stimmung wird traditionell ausgelassen sein, doch es geht auch um politische Ziele, ganz besonders in diesem Jahr.

In Köln werden am Sonntag (12 Uhr) wieder Hunderttausende zur Christopher-Street-Day-Parade erwartet. Seit 1991 findet der traditionelle Umzug der Schwulen und Lesben in Köln alljährlich am ersten Juliwochenende statt. Neben der Berliner Parade gilt der Cologne Pride als eine der größten Pride-Veranstaltungen Europas.

Das Motto für 2019 lautet: „50 Years of Pride. Viele. Gemeinsam. Stark!“ Es erinnert an die „Stonewall“-Proteste 1969 in New York: Dort wehrten sich Homosexuelle gegen Polizeischikanen, später entstand daraus der CSD. „Das Motto wird sicher von vielen Teilnehmern aufgegriffen werden“, sagte Cologne-Pride-Sprecher Oliver Lau.

Die ersten Demonstrationen für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender fanden schon 1972 in Köln statt. Seit 1991 veranstaltet
der Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST) die CSD-Demo, um für die
Gleichberechtigung und Akzeptanz von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender zu demonstrieren. Diesmal sind 76 Wagen und 70 Fußgruppen im Umzug dabei.

„Die Hotels sind alle ausgebucht“, berichtete Lau. Das CSD-Wochenende ziehe traditionell Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet und aus den Benelux-Ländern an. „Es sind vor allem immer sehr viele Niederländer hier.“

Manche sagen, der CSD sei einfach wie Karneval im Sommer. Doch die Veranstalter betonen den politischen Charakter des Umzugs. „Auch bei uns in Deutschland ist Homo-, Trans- und Biphobie wieder auf dem
Vormarsch“, kritisieren sie. „Mühsam erkämpfte sexuelle Vielfalt wird zunehmend offen in Frage gestellt.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Köln feiert den Christopher Street Day 2019

(hsr/dpa)