Prozess in Köln: Mutmaßlicher Rizin-Bombenbauer informierte sich in sozialen Medien

Prozess in Köln : Mutmaßlicher Rizin-Bombenbauer informierte sich bei „Wölfen des IS“

Der mutmaßliche Rizin-Bombenbauer von Köln hat Ermittlern zufolge einer Chat-Gruppe namens „Wölfe des Islamischen Staates in Europa“ angehört. Dort soll er Informationen vor seiner geplanten Tat eingeholt haben.

Das sagte eine BKA-Beamtin, die die Social-Media-Aktivitäten des Angeklagten untersucht hatte, am Donnerstag als Zeugin am Düsseldorfer Oberlandesgericht aus. Der 30-jährige Tunesier steht dort vor Gericht, weil er den ersten Terroranschlag mit einem biologischen Kampfstoff in Deutschland vorbereitet haben soll.

In Chat-Gruppen wie dieser beim Messengerdienst Telegram sei er über den Bau von Sprengkörpern, Drohnen, Autobomben und Giftgas informiert worden. Seine Chat-Partner könnten eindeutig dem IS-Umfeld zugeordnet werden. Es habe sich eine Lehrer-Schüler-Beziehung herausgebildet, sagte die Polizistin. Der Angeklagte habe selbst Facebook-Kanäle mit salafistischem und dschihadistischen Gedankengut betrieben.

Der 30 Jahre alte Tunesier und seine 43 Jahre alte deutsche Ehefrau sollen 2018 einen Terroranschlag mit einer Bombe und dem hochgiftigen Rizin vorbereitet haben. Beiden Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Der Anschlag mit dem Supergift hätte laut Gutachten bis zu 100 Todesopfer gefordert. Das Gift soll das Paar aus Tausenden Rizinus-Samen gewonnen haben.

(mba/dpa)
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