Köln/Sercaia: Polizei-Razzia gegen mutmaßliche E-Bike-Diebesbande

Mann vorläufig festgenommen : Razzia in Köln und Rumänien gegen mutmaßliche E-Bike-Diebesbande

Am Mittwoch sind Ermittler zeitgleich in Köln und einer rumänischen Stadt gegen mutmaßliche E-Bike-Diebe vorgegangen. Die Bande soll mehr als 50 hochwertige Räder in der Domstadt gestohlen haben.

Am Mittwochmorgen hat es in Köln und in der rumänischen Stadt Sercaia eine Razzia gegeben, wie die Kölner Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Deutsche und rumänische Ermittler durchsuchten die Wohnungen von Mitgliedern einer international agierenden mutmaßlichen Diebes- und Hehlerbande. Ein Mann wurde am Morgen vorläufig festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft, wie ein Polizeisprecher sagte.

Die 13 Beschuldigten sind zwischen 17 und 59 Jahre alt und zum Großteil miteinander verwandt. Die Männer stehen im Verdacht, 55 hochwertige E-Bikes in Köln gestohlen und in Einzelteilen nach Rumänien transportiert zu haben. Die Fahrradrahmen wurden überwiegend in große Taschen verpackt und meist an rumänische Transportunternehmen übergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft weiter mit. In Sercaia sollen die Bandenmitglieder die Räder wieder zusammengebaut und weiterverkauft haben.

Im Frühjahr dieses Jahres war die mutmaßliche Diebesbande ins Visier der Ermittler geraten, nachdem Polizisten in Süddeutschland bei der Kontrolle eines Transportfahrers eine in Köln aufgegebene Plastiktasche mit sechs Fahrradrahmen sichergestellt hatten. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Bande organisiert und international vernetzt vorging.

Die Polizei Köln setzte daraufhin eine gesonderte Ermittlungsgruppe auf die Beschuldigten an. Über Europol nahmen die Kölner Polizisten Kontakt mit ihren rumänischen Kollegen auf; auf diesem Weg wurden dann die zeitgleichen Durchsuchungen in Deutschland und Rumänien koordiniert.

In einem Keller in Köln fanden die Ermittler bei den Durchsuchungen am Mittwoch bereits neun Räder und rund 20 Reifen, wie ein Sprecher der Polizei sagte.

„Unsere aktuellen Ermittlungserfolge zeigen, dass eine Vielzahl der Fahrraddiebstähle auf die Konten von professionell agierenden Einzeltätern und Banden gehen, die grenzüberschreitend agieren“, sagte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob. Bei insgesamt mehr als 9000 gestohlenen Fahrrädern und einem Gesamtschaden von mehreren Millionen Euro im vergangenen Jahr könne nicht von einem „Bagatellkriminalität“ die Rede sein. Da das Fahrrad in der Innenstadt an Bedeutung gewinne, seien die aktuellen Rückgänge der Fahrraddiebstähle um rund 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr „umso erfreulicher“, sagte Jacob.

(mba)
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