Köln Hauptbahnhof: Ein Jahr nach Geiselnahme - Mann ist weiterhin Pflegefall

Ein Jahr nach Geiselnahme am Hauptbahnhof : Mutmaßlicher Täter von Köln ist weiterhin ein Pflegefall

Ein Jahr ist es her, dass ein Mann im Kölner Hauptbahnhof ein Mädchen anzündete und danach eine Geisel nahm. Das Eingreifen der Polizei machte den Täter zum Pflegefall. Wird er jemals vor Gericht stehen?

Ein Jahr nach einem Brandanschlag im Kölner Hauptbahnhof ist der mutmaßliche Täter weiterhin in ärztlicher Behandlung. Die Untersuchungshaft des Beschuldigten war für sechs Monate unterbrochen worden, um ihn in einer neurologischen Klinik wieder in einen verhandlungsfähigen Zustand zu bringen. „Das ist bislang noch nicht gelungen“, sagte der Kölner Staatsanwalt Ulrich Bremer der Deutschen Presse-Agentur. „Man ist bemüht, ihn in eine Reha zu bringen.“

Der Syrer soll im vergangenen Oktober einen Brandanschlag in einem Schnellrestaurant verübt haben, bei dem eine 14 Jahre alte Jugendliche schwere Verbrennungen erlitt. Anschließend verschanzte er sich in einer Apotheke und nahm eine Frau als Geisel, ehe er von der Polizei niedergeschossen wurde. Der Mann wurde von einer Polizeikugel in den Kopf getroffen. Danach war er „vollständig pflegebedürftig und nicht in der Lage, sich selbstständig fortzubewegen“, wie das zuständige Gericht mitteilte.

Die Bundesanwaltschaft hatte zunächst wegen eines möglichen islamistischen Hintergrundes ermittelt. Da sich dies aber nicht bestätigte, gab sie die Ermittlungen an die Kölner Staatsanwaltschaft ab. Die sechsmonatige Unterbrechung der Untersuchungshaft, die im November ausläuft, könne nach Bedarf verlängert werden, sagte Bremer. Man werde kurzfristig entscheiden, ob man dies bei Gericht beantrage.

(mba/dpa)
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