Geiselnehmer vom Kölner Hauptbahnhof soll kein islamistisches Motiv gehabt haben - Bundesanwaltschaft gibt Ermittlungen ab

Bundesanwaltschaft gibt Ermittlungen ab: Geiselnehmer vom Kölner Hauptbahnhof soll kein islamistisches Motiv gehabt haben

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt nicht mehr gegen den Syrer, der im Oktober im Kölner Hauptbahnhof einen Brandanschlag verübte und eine Geisel nahm. Der Grund: Man gehe nicht mehr von einem radikal-islamistischen Motiv aus.

Nun übernimmt die Staatsanwaltschaft Köln. Am Donnerstag übergab die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen.

Ursprünglich hatten die Karlsruher ermittelt, weil man aufgrund von Zeugenaussagen von einem radikal-islamistischen Hintergrund der Tat ausgegangen war. Demnach soll der beschuldigte 55-Jährige die Freilassung einer Frau gefordert haben, deren Mann sich terroristisch betätigt haben soll. Zudem soll sich der Beschuldigte als Mitglied des sogenannten Islamischen Staates (IS) bezeichnet haben. Zeugen sagten zudem, er habe bekundet, zum IS nach Syrien ausreisen zu wollen.

Medien hatten bereits berichtet, dass die Ermittler keine Belege für ein islamistisches Motiv des mutmaßlichen Täters gefunden hätten. Nun bestätigte die Bundesanwaltschaft.

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„Im Zuge der weiteren Ermittlungen ließen sich die auf eine radikal-islamistische Motivlage deutenden Indizien jedoch nicht erhärten“, teilte die Behörde am Freitag mit. Insbesondere hätten sich keine Anhaltspunkte für eine IS-Mitgliedschaft ergeben. „Vor diesem Hintergrund fehlt es an einem Staatsschutzdelikt von besonderer Bedeutung.“ Die Bundesanwaltschaft habe deshalb aus gesetzlichen Gründen die Ermittlungen abgeben müssen.

Ein Protokoll der Pressekonferenz der Kölner Polizei am Tag nach dem Anschlag lesen Sie hier.

Mohammad A. R. hatte am 15. Oktober in einer McDonald’s-Filiale einen Brandanschlag verübt und in einer Apotheke eine Frau als Geisel genommen. Die Frau wurde leicht verletzt. Das Opfer des Brandanschlags, ein Mädchen, wurde schwer verletzt. Dem 55-Jährigen wird versuchter Mord in zwei Fällen sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kölner Hauptbahnhof wird wegen Geiselnahme evakuiert

(hpaw)
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