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Darsteller aus Sat.1-Serie offenbar in rechtsextreme Polizeichats verwickelt

Sonderkommission ermittelt : Darsteller aus Sat.1-Serie offenbar in rechtsextreme Polizeichats verwickelt

Seit September ermittelt eine Sonderkommission in dem Skandal um rechtsextreme Whatsapp-Gruppen bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Inzwischen laufen Strafverfahren gegen 24 Beamte.

Wie mehrere Medien berichten, sollen zwei Teilnehmer der radikalen Whatsapp-Chats zum Darsteller-Team der Sat.1 Reality-Soap „Ruhrpottwache“ gehören. Nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ und des „Focus“ sollen beide unter Aliasnamen in der Serie mitgewirkt haben. Eine Sprecherin des Senders betonte demnach, dass die Polizisten zur Zeit nicht mehr aktiv seien.

Bei einem Ex-Darsteller soll es sich um einen Polizeikommissar handeln, der in drei WhatsApp-Runden hetzerische Dateien verbreitet haben soll. Durch ihn seien die Ermittler im September auf die Spur der rechtsextremen Chats bei der Polizei in Essen und Mülheim/Ruhr gekommen. Weil er einem Reporter Dienstgeheimnisse verraten haben soll, stellten die Strafverfolger sein Handy sicher. Über die Auswertung des WhatsApp-Accounts stieß die Kripo auf fünf Chat-Zirkel, in denen seit 2015 fremdenfeindliches Material sowie NS-Symbole kursierten.

Laut einem Vermerk der Ermittlungskommission „Parabel“ vom 10. September soll der Polizeikommissar und TV-Darsteller 31 mutmaßlich strafwürdige Posts verschickt haben, er soll knapp 180 rechtsextreme Nachrichten empfangen haben. Der zweite schauspielernde Kollege soll zwar nichts gepostet haben, aber allein im „Alphateam“ 128 strafwürdige Dateien erhalten haben, ohne die Vorgänge zu melden. Gegen ihn läuft ein Disziplinarverfahren.

(bsch)