Köln: Bislang 72 Strafverfahren nach Hooligan-Krawallen

Köln : Bislang 72 Strafverfahren nach Hooligan-Krawallen

Eine Woche nach den Hooligan-Krawallen in Köln haben die Ermittler bislang 72 Strafverfahren eingeleitet. 32 Beschuldigte seien identifiziert, sagte der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, Ulf Willuhn. Die Hooligans selbst nahmen erstmals Stellung zu den Randalen.

Ermittelt werde unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung. Am letzten Sonntag im Oktober war in Köln eine Kundgebung von "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa) mit knapp 5000 Teilnehmern in Gewalt umgeschlagen. 49 Polizisten waren leicht verletzt worden.

Nach Angaben der Ermittler summieren sich die bisher aufgenommenen Sachschäden auf 20.000 Euro.

Derweil nahmen die "Hooligsn gegen Salafisten" erstmals auf ihrer Website Stellung zu den Randalen in Köln. Darin entschuldigen sie sich bei allen Verletzten, schieben aber auch einen Teil der Schuld der Polizei zu. "Erwähnen möchten wir auch, dass die Polizei sich nicht immer korrekt verhalten hat", heißt es in der Mitteilung. Hervorgehoben wird, "dass weniger als zehn Prozent der Teilnehmer sich nicht ordnungsgemäß verhalten haben."

Immer wieder kritisiert die Gruppe, in die rechte Ecke gedrängt zu werden. In einigen Statements auf Youtube betonen die Hooligans, dass auch Menschen mit Migrationshintergrund ausdrücklich zu den Demonstrationen eingeladen seien. Schließlich laute ihr Motto: "Wir sind das Volk, gemeinsam sind wir stark."

In Köln waren an der Demonstation hingegen zahlreiche Rechtsextreme dabei. Beteiligt an der Organisation der Proteste war auch der Mönchengladbacher Dominik Roeseler, der für Pro NRW im Stadtrat sitzt.

Die nächste Demonstration der HoGeSa ist für den 15. November in Hannover angekündigt.

Hier geht es zur Infostrecke: Das sind die "Hooligans gegen Salafisten"

(lnw/ met)
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