Baustelle bei der Bahn zwischen Düsseldorf und Köln: Der Gleisbauzug RU 800-S verlegt Gleise autonom

Gleisbauzug zwischen Köln und Düsseldorf: Ein Monster bei der Arbeit

So arbeitet der 700 Meter lange Gleisumbauzug zwischen Köln und Düsseldorf

Seit dem 9. April ist die Bahnstrecke Köln-Düsseldorf gesperrt, weil die Fernbahngleise erneuert werden müssen. Ein Besuch auf der Baustelle, wo ein Gleisbauzug fast alles allein macht – und innerhalb von Stunden mehrere Kilometer Gleise austauscht.

Seit dem 9. April ist die Bahnstrecke Köln-Düsseldorf gesperrt, weil die Fernbahngleise erneuert werden müssen. Ein Besuch auf der Baustelle, wo ein Gleisbauzug fast alles allein macht — und innerhalb von Stunden mehrere Kilometer Gleise austauscht.

700 Meter lang, 650 Tonnen schwer und höllisch laut: der Gleisbauzug RU 800-S ist ein echtes Monstrum. Ein sehr effektiv arbeitendes Monstrum. Was früher hunderte Arbeiter oder mehrere Spezialmaschinen leisteten, schafft die Maschine heute allein — auf einer Länge von 22 Kilometern verlegt der Zug neue Fernbahngleise zwischen Köln und Düsseldorf. Mehr als 43.000 Meter Schienen werden seit dem 9. April auf der Strecke neu verbaut. Am Donnerstag hat die Deutsche Bahn in Köln-Mülheim mit dem zweiten Bauabschnitt in Richtung Düsseldorf begonnen.

"Wir sind absolut im Plan", sagt Bauleiter Jürgen Elsen. "Von den 22 Kilometern müssen wir noch 14 schaffen — die Maschine läuft wie ein Uhrwerk." Zwei Kilometer Schienen verlegt der Gleisbauzug an einem Tag. Obwohl er seit 2006 in Betrieb ist, gilt er als hochmodern und ist die einzige Gleisbaumaschine weltweit, die sowohl die Schotterreinigung als auch die Verlegung der Gleise in einem Arbeitsschritt bewältigt.

Angetrieben von einer 4000 PS Dieselmaschine reißt der gelb-schwarze Stahlkoloss die alten Schienen aus dem Gleisbett und hebt die Betonschwellen aus dem Boden, auf denen die Schienen liegen. Wie Bauklötzchen werden sie von Zangen aufgenommen, verschwinden in der Maschine und werden durch neue ausgetauscht — insgesamt sind es 36.000 Schwellen. Der Schotter aus dem Gleisbett wird gleichzeitig aufgenommen und über Förderbänder zu einem Siebwagen transportiert, gereinigt und vermengt mit neuem Schotter wieder auf die Strecke geschüttet. Die neuen Schienen werden dann auf die neuen Schwellen gelegt und verschraubt. Das Ganze schafft die Maschine fast autonom und ist derart beeindruckend, dass ein Youtube-Video des "RU 800-S" über einen seiner ersten Baueinsätze fast drei Millionen Mal angeklickt wurde.

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27 Arbeiter sind auf der Gleisbaumaschine beschäftigt - viele von ihnen mit Kontrollarbeiten. Sie alle tragen Gehörschutz, einige sitzen unterhalb des Zugs, um die neuen Schienen fest zu verschrauben - in Zehn-Stunden-Schichten. Mit 180 Metern Arbeitsgeschwindigkeit pro Stunde bewegt sich der Zug vorwärts.

Die Strecke zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf-Benrath gehört zu den meist frequentierten in Nordrhein-Westfalen. "Wir wissen, dass wir den Pendlern einiges zumuten", sagt Dirk Pohlmann, NRW-Sprecher der Deutschen Bahn. Das Unternehmen investiert 11,5 Millionen Euro in den Umbau. Die neuen Gleise werden dann etwa 25 Jahre halten, bis sie erneut ausgetauscht werden müssen. 260 Züge fahren pro Tag auf der Strecke.

Wenn die Arbeiten mit dem Gleisbauzug ohne Probleme weiterlaufen, wird die Strecke am Samstag, 19. Mai, wieder freigegeben. Pendler müssen bis dahin auf die Linien RE1, RE6 und die S6 ausweichen.

(hsr)