Köln: 63-Jährige kann Judo: Räuber wählt den Notruf

Köln : 63-Jährige kann Judo: Räuber wählt den Notruf

Vor dem Amtsgericht Köln musste sich jetzt ein 35-jähriger Mann verantworten, der einer 63-Jährigen im Hausflur die Handtasche entriss und handgreiflich wurde. Womit er nicht gerechnet hatte: Die Seniorin war kampfsporterprobt. Als sie ihn in den Würgegriff nahm, bekam der Angreifer selbst Panik und wählte den Notruf.

Der 35-Jährige hatte die Frau im Hausflur angesprochen, als sie gerade dabei war, ihren Briefkasten zu leeren, teilte ein Sprecher des Amtsgerichts auf Anfrage unserer Redaktion mit. Er wollte von ihr Münzegeld in einen Fünf-Euro-Schein gewechselt haben, gab ihr jedoch nur vier Euro. Die Frau bemerkte das, wollte es jedoch dabei belassen und in ihre Wohnung gehen, als sie feststellte, dass sie den Briefkastenschlüssel zurückgelassen hatte. Bei den Briefkästen entriss ihr der Mann die Handtasche und wurde handgreiflich. Es kam zu einem Gerangel.

Die 63-Jährige, die im Prozess angab, früher einmal Judo gemacht zu haben, überwältigte den 35-Jährigen jedoch und nahm ihn in den Würgegriff. Der Mann erschrak und wählte den Polizeinotruf, konnte aber von den Polizisten nicht gehört werden. Zwei Anwohnerinnen hatten allerdings ihrerseits die Polizei verständigt, die den Mann anschließend mitnahmen.

Der 35-Jährige war vorbestraft. Er wurde am Mittwoch vom Amtsgericht Köln zu einem Jahr und einem Monat Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt wegen Raubes, versuchten Betruges und Körperverletzung.

(vpa)