Musik: 20 Jahre Kölner Kinderoper

Musik : 20 Jahre Kölner Kinderoper

Zum großen Jubiläum gibt es die Jazzoper "Die Heinzelmännchen zu Köln" von Ingfried Hoffmann. Angefangen hat alles 1996 in einem Zelt im Foyer der Oper am Offenbachplatz.

Es war die Sorge um ein zunehmend älter werdendes Publikum, die die Macher der Kölner Kinderoper bei ihrem Projekt 1996 antrieb. Seit dem sind 20 Jahre vergangen, 46 Produktionen gab es an drei Spielstätten in der Stadt. Die jüngste feierte mit "Die Heinzelmännchen zu Köln" gestern Mittag eine umjubelte Uraufführung im Staatenhaus.

Die fleißigen Heinzelmännchen kehren mit modernen Zipfelmützen und Kostümen wieder zurück nach Köln. Die singenden Kinder im Publikum haben dafür gesorgt, dass sie wieder sichtbar sind. Foto: Paul Leclaire

Die Anfänge der Kinderoper lagen in einem Zelt, das im Foyer der Oper am Offenbachplatz vom US-Künstler Mark Beard entworfen und realisiert wurde. Möglichst nahe sollten die kleinen Besucher auf den 130 Plätzen am Geschehen auf der Bühne sein. Auch wenn das Zelt im Foyer für manchen Besucher ein Ärgernis war, stand Generalintendant Günter Krämer voll hinter der Kinderoper, die sich mit dem Geld von Förderern und Sponsoren selbst finanziert - so wurde auch aus dem Zelt die Yakult-Halle.

Später ging es für die Kinderoper ins Alte Pfandhaus in der Südstadt, wo die Zahl der Plätze auf 160 anstieg. Heute im Staatenhaus hat man 200 Plätze für große und kleine Besucher. Genauso groß wird das Platzangebot am Offenbachplatz sein, wo die Kinderoper einen eigenen Platz zwischen Kleinem Haus und Schauspiel bekommen wird.

"Das Live-Erlebnis ist für Kinder gerade in einer zunehmend digitalen Welt eine wichtige Erfahrung", sagt Intendantin Birgit Meyer beim Festakt im Jubiläumsjahr. Dabei war man in Köln vor 20 Jahren höchst fortschrittlich. Köln hat die einzige Kinderoper in Westeuropa bekommen, nur in Moskau gab es ein ähnliches Projekt. "So können wir die Liebe der Kinder zur Musik früh wecken und sie neugierig auf das machen, was im Theater passiert", erklärt Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach. Es sei wichtig, allen Kindern den Zugang zu ermöglichen, unabhängig von ihrem familiären Hintergrund. Dazu gehören auch die Flüchtlingskinder, die in Köln leben.

Das gestern uraufgeführte Stück ist eine fröhliche und gut gemacht Jazzoper von Ingfried Hoffmann, die die alte Sage um die Kölner Heinzelmännchen wieder höchst lebendig macht und die große sowie kleine Besucher gleichermaßen verzaubert. Die Geschichte dreht sich um den angehenden Musikstudenten Peter (Dino Lüthy), der als Straßenmusiker die Geschichte der Heinzelmännchen erzählt. Auf viel Gegenliebe stößt er bei den einkaufswütigen Kölnern nicht.

Nur die junge Musikstudentin Eve (Maria Isabel Segarra) bleibt stehen, um Peter zuzuhören. Mit der alten Legende kann sie aber nur wenig anfangen, sie glaubt nur, was sie sieht. Und da kommen die Heinzelmännchen selbst ins Spiel, die dem jungen Paar dabei helfen wollen, die Welt als Künstler zu erobern. Sie beschließen, eine große Liveshow mit sich und den den beiden zu inszenieren. Doch dafür müssen sie erst wieder für die Menschen sichtbar werden. Mit Hilfe der Kinder im Publikum gelingt ihnen das natürlich, und die Stadt bekommt endlich ihre fleißigen Helfer wieder zurück.

Weitere Vorstellungen gibt es unter anderem heute und am Freitag jeweils um 11.30 Uhr.

Stephan Eppinger

(RP)