11.11.2019 in Köln: Start der Karnevalssession - Polizei sperrt Heumarkt

1000 Beamte im Einsatz : Köln startet in den Karneval - weniger Rettungseinsätze als im Vorjahr

Köln startet unter dem Motto „Et Hätz schleiht em Veedel“ in die neue Karnevalssession. Um elf Uhr elf ging es los, die Polizei ist mit 1000 Beamten in der Stadt, um Exzessen vorzubeugen.

Köln startet in die Fünfte Jahreszeit. Allerdings erstmal nur für einen Tag - so richtig los geht es dann erst im neuen Jahr. In Düsseldorf erwacht nach neunmonatigem Tiefschlaf um elf Uhr elf der Obernarr Hoppeditz. In Köln präsentiert sich ein neues Dreigestirn. Dort werden traditionell die meisten Besucher erwartet. Um 10.30 Uhr war auf dem Heumarkt schon die maximale Besucherzahl erreicht und die Polizei sperrte den Platz.

Unter den Augen von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) wurde das neue Dreigestirn begrüßt. Die Kölner Polizei ist nach eigenen Angaben mit 1000 Beamten auf der Straße, um Exzessen vorzubeugen. Der Umstand, dass der Sessionsauftakt auf einen Montag fällt, führte nach Polizeiangaben nicht unbedingt zu weniger Zulauf. Das Besucheraufkommen sei hoch, „es ist ziemlich viel auf den Beinen“, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei. Ganzkörperkostüme boten Schutz gegen die Kälte. Die Polizei hatte angekündigt: „Wer nach Köln kommt und meint, er kann hier Karneval mit Aggression feiern, der bekommt von uns die gelbe oder rote Karte.“ Gelb sei Platzverweis, rot Ingewahrsamnahme.

Bis zum späten Nachmittag nahmen die Beamten 14 Personen in Gewahrsam, stellten 32 Strafanzeigen und erteilten 38 Platzverweise. In zwei Fällen kam es zu Sexualdelikten in Form von Beleidigungen und einer exhibitionistischen Handlung. 19 Lkw-Fahrer missachteten außerdem das Fahrverbot für den Montag. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes erwischten mehr als 90 Wildpinkler. Sie müssen ein Bußgeld von je mindestens 60 Euro bezahlen. Feuerwehr und Rettungsdienst verzeichneten 209 Einsätze - das sind weniger als im vergangenen Jahr.

In den rheinischen Karnevalshochburgen konkurriert der Karnevalsauftakt immer ein wenig mit St. Martin. Die einen singen „Viva Colonia“, die anderen „Laterne, Laterne“. Moderator Guido Cantz („Verstehen Sie Spaß?“) berichtete auf der Bühne auf dem Kölner Heumarkt, er habe am Sonntag beides miteinander kombiniert: Erst sei er auf zwei Herrensitzungen gewesen, und dann habe er in seinem Heimatort Köln-Porz die Martinsgeschichte vorgelesen. Das Rheinland sei eben sehr katholisch.

In der Vergangenheit kam es immer auch zu unschönen Szenen wie Trink-Exzessen, Schlägereien und sexuellen Übergriffen.

Die heiße Phase des Karnevals beginnt mit den großen Sitzungen im Januar und findet ihren Höhepunkt mit den Rosenmontagsumzügen. Die Session dauert diesmal bis zum 26. Februar, dann ist Aschermittwoch und Schluss mit lustig.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Köln feiert Karnevalsstart am 11.11.2019

(hsr/dpa)
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