Kranenburg-Zyfflich: Zyfflich hat wieder den Blues

Kranenburg-Zyfflich: Zyfflich hat wieder den Blues

Am ersten Juni-Wochenende kommt Woodstock wieder nach Kranenburg. Das Festival in Zyfflich hat sich bei Liebhabern längst einen Namen gemacht - der Kontakt zwischen Musiker und Publikum steht im Vordergrund.

Wie vervierfacht man die Einwohnerzahl eines 500-Seelen-Dorfes? Ganz einfach. Man etabliert über den Zeitraum von nunmehr 15 Jahren ein Musikfestival, das im Euregio-Einzugsgebiet seinesgleichen sucht. Sind es im Winter die sibirischen Wildgänse, die sich in Zyfflich niederlassen, so sind es am 1. und 2. Juni die Woodstock- und Bluesliebhaber, die sich auf den Weg in den Ort machen. Der Kartenvorverkauf verspricht schon, dass das Interesse groß ist. "Bei ungefähr 1000 Besuchern pro Abend müssen wir die Türen aber schließen", sagt die Vereinsvorsitzende Jeannette van Olst. "Mehr können wir einfach nicht einlassen."

Der Auftritt von JB Meijers gilt als einer der Höhepunkte in Zyfflich. Foto: Festival in Zyfflich

Das Festivalwochenende beginnt am Freitag, 1. Juni mit "Woodstock in Zyfflich" und bietet ein sehr breit gefächertes musikalisches Programm. "Für eingefleischte Woodstockfans starten wir dieses Mal direkt mit der bekannten Woodstock Tribute Band. Da ist Pünktlichkeit angesagt", sagt van Olst. Aber auch Liebhaber neuerer Musik kommen auf ihre Kosten, wenn zum Beispiel Mokes Trio, The Planetoids oder Back to Blondie eine der vier Bühnen betreten.

Am Samstag, 2. Juni, schallen swingende und mitreißende Musikklänge über das ganze Festivalgelände. Die Veranstalter nennen es "The Blues". Die Verantwortlichen für das Lineup, Stefan van den Berg, Michel de Vries und Ellen van Heijningen, haben auch in diesem Jahr hart gearbeitet. Sie geben sich sicher: Unter dem Motto "The Best of the Best" wurde ein Programm auf die Beine gestellt, das der 15. Jubiläumsedition von Blues in Zyfflich würdig ist.

Mit Cash in the Attic kann man schon beim Hereinkommen die tiefe Stimme von Johnny Cash hören. Aus England wird Paul Garner mit seinem Trio im Zelt starten. Sein Chicago und East Coast Blues ist in der Londoner Szene schon berüchtigt und beliebt. The Living Room Heroes, ein regionaler Act, erinnern mit ihren "New Roots" an The Black Crowes.

  • Weihnachtsgrüße von "THEY play the blues"

"Endlich haben wir es geschafft, Leif de Leeuw und seine Band in unser Programm aufzunehmen. Das Gleiche gilt für The Dawn Brothers und The Hoodoo Monks", freut sich van den Berg. Sie bieten eine Portion rohen, authentischen Blues.

Als einer der Höhepunkte wird JB Meijers, bekannt als Bandmitglied von The Common Linnets, mit einem Special Guest das Bluespublikum in Zyfflich überraschen.

Der spezielle Erfolg dieses Festivals liegt nach Meinung der Initiatoren nicht nur im Programmangebot, sondern insbesondere in der Atmosphäre. "Wir legen den Fokus auf Bands, die auf das Publikum eingehen", sagt Jeannette van Olst. "Wir wollen keine Musiker auf der Bühne, die ihre Show abziehen und dann wieder entfleuchen. Nein, es muss ein Zusammenspiel mit den Besuchern stattfinden. Denn schließlich ist genau das der Grund, warum man auf der Bühne steht."

Die gemütliche und beharrliche Atmosphäre wird darüber hinaus durch die Freiwilligen des Vereins Blues-in-Zyfflich gefördert, die die Gestaltung des Zeltes und der Dorfscheune in die Hand nehmen. Jeannette van Olst: "Unser Ziel ist es, den Menschen einen schönen Abend zu bieten, nicht mehr und nicht weniger. Dass wir dabei sehen und hören lassen, dass gerade die Musik im Allgemeinen die Menschen bindet, ist selbstverständlich. Festival-in-Zyfflich muss ein Ort sein, wo man Lust hat, hinzugehen."

(RP)
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