Kreis Kleve: Zwischen Glyphosat und Umweltschutz

Kreis Kleve : Zwischen Glyphosat und Umweltschutz

Wenn Christoph Straeten von Verbrauchern Sätze hört wie "Die Ackerbauern vergiften mit Pflanzenschutzmitteln unsere Lebensmittel", treibt das seinen Blutdruck in die Höhe. "Der Verbraucher kritisiert, ohne dass er genaues weiß", empfindet er. Diese wachsende Distanz bereitet ihm Sorge. Angefeuert würden falsche Vorstellungen auch durch die (Sozialen) Medien. "Wenn in einem Bericht zu Glyphosat ein Bild zu sehen ist von einer Ackerspritze im Gemüsebestand, da kann ich nur den Kopf schütteln", sagt Straeten. Kein Bauer nutzt Glyphosat im Bestand, das würde ja das Gemüse abtöten.

Seine Mitarbeiter seien viel mit der großen Ackerspritze auf den Feldern unterwegs. "Dass wir auch biologische Pflanzenschutzmittel, Düngemittel und Pflanzenstärkungsmittel damit aufbringen, will niemand hören", sagt er. Auch nicht, dass ein Löffel Salz im Kaffee giftiger sei als die Glyphosat-Konzentrationen, die bisher in der menschlichen Nahrung nachgewiesen wurden. Ja, er nutze Glyphosat. Nach Bedarf, vor einer Saat, um Unkräuter mit nur einer Behandlung wirkungsvoll für die ganze Saison zu verhindern. "Bislang hat noch kein Institut oder Ministerium bewiesen, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung unter Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte schädlich ist", begründet dies Straeten. Vielmehr seien Alternativprodukte teilweise nicht nur sehr viel teurer, sondern auch umweltschädlicher. Dass Grenzwerte für Herbizide und Düngemittel eingehalten werden, überwacht die Landwirtschaftskammer. "Uns ist die Umwelt nicht egal, schließlich arbeiten und leben wir in und mit der Natur", betont Straeten. "Wenn ich mit dem Rad fahre, höre auch ich gerne die Vögel. Daher nehme ich an einem Projekt des Naturschutzbundes teil. Ich stelle Insektenhotels auf, Stein- und Totholzhaufen und sähe Blühmischungen auf extra unbewirtschaftet gelassenen Flächen." Viele Produzenten würden zudem weniger chemische Mittel einsetzen, wenn der Verbraucher auch Produkte kaufen würde die optisch nicht so ganz "perfekt" aussehen. Aber in der Praxis greife eben kaum ein Verbraucher im Supermarkt zu, wenn er ein Loch im Salatblatt entdeckt.

(vkl)