Kleve: Zwischen Büroarbeit und Fatburner-Kursus

Kleve : Zwischen Büroarbeit und Fatburner-Kursus

Sandra Büskens steht seit ihrem fünften Lebensjahr regelmäßig auf dem Fußballplatz, nebenbei fing sie später noch mit Garde- und Showtanz an. In ihrer Freizeit trainiert sie eine tanzbegeisterte Kindergruppe. Melina te Beck ist ebenfalls tänzerisch aktiv: Seit mehreren Jahren macht sie Videoclip-Dancing, nimmt an Meisterschaften teil.

Bei so viel sportlichem Engagement in der Freizeit war für die beiden jungen Frauen aus Kranenburg und Emmerich schnell klar: Auch ihr Beruf sollte etwas mit Sport zu tun haben. Und weil beide nicht in einer reinen "Muckibude" arbeiten wollten, bewarben sie sich beim Gesundheitszentrum "Allround sports" in Kleve für eine Ausbildung zur Sport-und Fitnesskauffrau.

Auf dem Schreibtisch von Geschäftsführer Kurt Otten landen in jedem Jahr zur Bewerbungszeit rund 20 Anfragen, eine Ausbildungsstelle pro Jahr gilt es zu vergeben. Im Jahr 2011 entschied er sich für Sandra Büskens, ein Jahr später für Melina te Beck. "Wichtig ist mir vor allem soziale Kompetenz, die Azubis müssen Teamplayer sein. Sie sollten Persönlichkeit haben und sich gut ausdrücken können", erzählt er. Die Sportnoten auf den Zeugnissen seien zunächst zweitrangig. "Es schadet aber natürlich nicht, wenn sie gut sind", ergänzt er.

Melina te Beck ist zurzeit in der Verwaltung in der ersten Etage des Gebäudekomplexes eingesetzt. "Morgens hole ich die Verträge und Unterlagen neuer Kunden von der Rezeption im Erdgeschoss", erzählt sie. Anschließend sortiert und kontrolliert sie diese und pflegt sie über Tag in das EDV-System ein. Zudem gibt es eine Menge E-Mails zu beantworten. Nach ihrem Feierabend um 15 Uhr bleibt die 19-Jährige noch im Zentrum und absolviert ihr Videoclip-Dancing-Programm. "Ich verbringe auch meine Freizeit beim Arbeitgeber — und das sogar freiwillig", sagt sie lachend.

Sandra Büskens hat die Ausbildung bald beendet und verbringt ihre letzten Monate im Zentrum im Bereich Service am Empfang. "Morgens komme ich um 7 Uhr und öffne die Anlage, fahre alle Computer hoch, fülle alles auf und dann geht's los", sagt die 21-Jährige. In den folgenden Stunden beantwortet sie Kundenfragen, gibt Tipps, berät zu Kursangeboten und kontrolliert die Kasse.

Während ihrer Ausbildung hat die Kranenburgerin eine Trainerlizenz erworben und darf nun auch Kurse für "Bauch, Beine, Po" geben. Einen festen Termin mit ihrer Gruppe hat sie jeden Montag. "Da fängt die Woche immer schon gut an", sagt Büskens. Auch Melina te Beck fängt noch in diesem Monat mit der Trainerausbildung an.

Das Thema Ernährung ist für die beiden Auszubildenden ein wichtiger Bestandteil ihres Lehrplans. "In der Berufsschule lernen wir alles dazu", erzählt Büskens. Ein- bis zweimal in der Woche sind sie in der Berufsschule in Düsseldorf. Dort stehen auch Sportmanagement, Rechnungswesen und EDV auf dem Stundenplan.

Sandra Büskens spielt zurzeit mit dem Gedanken, ein Studium in "Sport und Prävention" an der Kölner Sporthochschule an ihre Ausbildung anzuschließen. Attraktiv wäre für sie auch ein mehrmonatiger Aufenthalt im Ausland. "Am liebsten irgendwo in der Sonne", sagt sie. Kurt Otten ist jedenfalls sicher: "Der Gesundheitsmarkt wächst rasant und bietet tolle Perspektiven."

(RP)
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