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Kleve: Zweite Klever Gesamtschule startet

Kleve : Zweite Klever Gesamtschule startet

Nach langem Zittern hat es die jetzige Sekundarschule geschafft und genügend Schüler für einen Neustart als Gesamtschule bekommen. Das Lehrerteam freut sich auf die Einweihungsfeier am 30. August an der Hoffmannallee.

Keine andere Klever Schule hat in den vergangenen Monaten ein solches Auf und Ab erlebt wie die Sekundarschule. Jetzt ist klar: Sie wird umgewandelt zur Gesamtschule; weil es ausreichend Schüler gibt, wird sie zum nächsten Schuljahr an der Hoffmannallee ihren Dienst aufnehmen.

Das Leitungsteam musste lange um die Existenz seiner Schule bangen, weil das Interesse an der Schulform immer weiter abnahm. Die Politik erkannte das Dilemma, konnte sich aber lange nicht auf eine Vorgehensweise einigen. Nachdem der Stadtrat schließlich beschlossen hatte, dass die Sekundarschule zur zweiten Klever Gesamtschule umgewandelt wird, ging das Zittern erst richtig los, denn erst sah es nicht danach aus, dass die Schule auf die erforderliche Anzahl von 100 Anmeldungen kommt. Dann die erlösende Nachricht: Das Anmeldeverfahren ist beendet, die neue Gesamtschule hat genügend Schüler.

"Das vergangene Schuljahr war wirklich schlimm für uns. Wir sind durch ein ständiges Wellental gegangen", sagt Schulleiterin Gabriele Pieper. Zwischenzeitlich hatte der Stadtrat beschlossen, dass die Sekundarschule ausläuft. "Das traf uns total unvorbereitet. Wir wurden durch die Politik nicht hinreichend informiert", blickt Pieper zurück. Zu der Entscheidung hat sie eine klare Meinung: "Eine Schließung, das war wirklich unüberlegt." Vor allem dem Einsatz der Schulpflegschaft sei es zu verdanken, dass der Stadtrat seine Meinung änderte und die Umwandlung zur zweiten Gesamtschule in Kleve beschloss. "Dieses Engagement war 1a. Die haben wirklich gekämpft", betont Pieper.

Anschließend hatte die Schulleitung nur noch wenig Zeit, die von der Bezirksregierung vorgegebene Anzahl von mindestens 100 Schülern zu erreichen. "Zum Glück hatte uns die Stadtverwaltung früh signalisiert, dass wir mit dem fünften Schuljahr an der Hoffmannallee beginnen können", sagt Pieper. Das sei in Gesprächen mit Eltern ein gutes Argument gewesen. Doch trotz aller Anstrengungen kam man zunächst nur auf 94 Schüler. Dadurch, dass das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Schüler abgewiesen hat, die der neuen Gesamtschule zugewiesen wurden, und durch verspätete Anmeldungen hat es doch noch mit den 100 Schülern geklappt.

"Es ist zwar ein sehr knapper Start für uns, aber wenn alle Schulleiter sagen ,wir brauchen diese Schulform', dann sehe ich auch langfristig gute Chancen für uns. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen ", sagt Pieper. Aber sie weiß auch, dass sich ihr Kollegium beweisen muss: "Wir können nur überzeugen, wenn wir Qualität abliefern. Es dauert ein paar Jahre, bis wir uns etabliert haben", betont sie. Mit ihrem Team will sie nun am Profil der Schule arbeiten. Auf Kunst und Kultur soll das ausgerichtet sein, gesellschaftswissenschaftliche Fächer sollen im Fokus stehen. "Wir denken über Leistungskurse in Kunst und Geschichte nach", erläutert die stellvertretende Schulleiterin Ursula Fischer.

Dass die Schule ein neues Gebäude an der Hoffmannallee bekommt, freut die Lehrer sehr. Der Stadtrat hatte beschlossen, bei diesen Schulausbau ein Workshopverfahren in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Hausmann Architekten anzuwenden - wie beim neu zu bauenden Konrad-Adenauer-Gymnasium. "Das ist der richtige Weg, wir haben keine Zeit zu verlieren. Wir wollen uns als Gesamtschule für die Oberstadt profilieren", sagt Pieper.

Für den 30. August hat die neue Gesamtschule eine Einweihungsfeier geplant. Dann wird sie sich auch mit ihrem neuen Namen präsentieren. Der ist bis auf Weiteres noch Geheimsache.

(RP)