Feuer in Mehrfamilienhaus: Zwei Menschen sterben bei Brand

Feuer in Mehrfamilienhaus : Zwei Menschen sterben bei Brand

In einem Mehrfamilienhaus an der Kavarinerstraße ist am Dienstagmorgen ein Brand ausgebrochen. Einsatzkräfte finden eine 62-Jährige  und einen 48-Jährigen leblos vor und bringen sie ins Krankenhaus. Dort erliegen die Brandopfer ihren Verletzungen.

Ein Brand in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Kavarinerstraße in Kleve hat zwei Menschen das Leben gekostet. Was sich genau dort am Dienstag in den Morgenstunden abgespielt hat, ist immer noch nicht klar. Die Kriminalpolizei hat einen Sachverständigen damit beauftragt, die Ursache für den Brand zu ermitteln.

So schildern Polizei und Feuerwehr die Ereignisse: Gegen 7.30 Uhr bemerkt eine Nachbarin, dass Rauch aus einer Wohnung im ersten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses kommt. Außerdem hört sie das beständige Piepsen eines Rauchmelders. Sofort alarmiert die Frau die Feuerwehr.

Als die Einsatzkräfte über das Treppenhaus zu der Wohnung gelangen, sieht für sie zunächst alles nach einem kleineren Küchenbrand aus. Aus dem Küchenfenster quillt etwas Rauch, aber ansonsten gibt es von außen kaum Brandspuren. Im Nachhinein erklären sich die Retter das damit, dass es kaum Sauerstoffzufuhr von außen gab und somit keine brandtypischen Merkmale zu erkennen waren. Die Feuerwehrleute legen Atemmasken an. Als sie die Wohnungstür eintreten, bietet sich ihnen plötzlich ein verheerendes Bild. „Die Wohnung war komplett verbrannt, überall war es schwarz“, schildert Pressesprecher Florian Pose die Eindrücke seiner Kameraden.

Im Wohnzimmer lodert noch ein kleines Feuer dort, wo die Couch steht. Im Flur ist der Putz von der Decke geplatzt, ein Zeichen dafür, dass das Feuer mit enormer Hitze gewütet haben musste. Dort stoßen die Einsatzkräfte auf einen am Boden liegenden Mann. Der 48-Jährige ist nicht ansprechbar. Im Schlafzimmer liegt eine 62-jährige Frau, auch sie leblos.

Während die Feuerwehrleute die noch leicht brennende Couch löschen, ziehen Sanitäter die beiden Schwerverletzten aus der Wohnung, beginnen, sie zu reanimieren. Die beiden Brandopfer werden ins Krankenhaus gebracht, einer nach Goch, der andere nach Kleve. Dort erliegen beide im Verlauf des Vormittags ihren Rauchvergiftungen.

Der ganze Einsatz hat etwa eine Stunde gedauert. Die 44 Feuerwehrkräfte der Löschzüge Kleve und Kellen treffen sich anschließend noch, um gemeinsam über den Brand zu sprechen. Sie könnten die so genannte Psychosoziale Unterstützung in Anspruch nehmen, geschulte Helfer, die den Männern helfen, das Erlebte zu Verarbeiten. Von dem Angebot macht jedoch niemand Gebrauch.

Nach dem Brand sind immer noch einige Fragen offen. Wieso haben die Bewohner in der Wohnung das Feuer offenbar nicht bemerkt, obwohl es stark geraucht haben muss und der Brandmelder Alarm geschlagen hat? Warum konnten sie nicht aus der Wohnung fliehen? Die Polizei betont, dass man nur wenig Zeit hat, um aus einer brennenden Wohnung zu entkommen. „Wenn die Wohnung völlig verqualmt ist, verliert man leicht die Orientierung. Durch die entstehenden Rauchgase wird man dann sehr schnell bewusstlos“, erläutert Polizei-Sprecher Michael Ermers. Wie genau ist der Brand entstanden? Laut Polizei kommen sowohl eine brennende Kerze als auch eine Zigarette dafür infrage, den Bereich um die Couch entflammt zu haben. Die Kriminalpolizei hat bereits einen Brandsachverständigen beauftragt, die Brandursache zu ermitteln.

Die ausgebrannte Wohnung ist gesperrt, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Die übrigen Wohnungen in dem Haus wurden laut Polizei und Feuerwehr weder durch das Feuer noch durch Löscharbeiten in Mitleidenschaft gezogen.

Die Identität der 62-Jährigen konnte bis Redaktionsschluss nicht eindeutig festgestellt werden. Die Polizei ging am Dienstag davon aus, dass sie die Wohnungsinhaberin war und mit dem 48-Jährigen dort zusammen lebte. Die Angehörigen der Verstorbenen werden durch den Opferschutz der Polizei Kleve betreut.

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