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Zwei Investoren teilen sich Bebauung freier Flächen in Altkalkar

Stadtentwicklung : Neuer Wohnraum für 200 Menschen

Lange Zeit wurde Altkalkar als problematisches Viertel angesehen. Nach dem Abriss einiger Komplexe kann sich der Ortsteil jetzt aber entwickeln: Zwei Investoren planen auf zwei großen Flächen insgesamt 92 Wohneinheiten.

Mit dem Monreberg und seinen Ausläufern verfügt Altkalkar über eine Topografie, die am nördlichen Niederrhein ihresgleichen sucht: Dort gibt es sanfte Hügel, von denen aus man über Felder und Wiesen bis ins historische Stadtzentrum um St. Nicolai blicken kann. Sowohl ältere, als auch neue schöne Wohnmöglichkeiten gibt es in Altkalkar – aber auch Bereiche, die jahrzehntelang gar keinen guten Ruf hatten. Zwischen Fichtenweg und Postweg stehen deutlich mehr Mehrfamilienhäuser als in ländlicher Region üblich; einige wurden in den vergangenen Jahren abgerissen. Dadurch entstand Platz für Neubauten, an die die Stadt Kalkar allerdings einige Anforderungen hatte: Es sollten kleine Wohnungen für Junge und Ältere entstehen, Mehrraumwohnungen für Familien, die sich ein eigenes Haus nicht leisten können, aber auch Doppelhäuser und freistehende Einfamilienhäuser. Betreutes Wohnen für Behinderte und Senioren gehört ebenfalls zu einer gut durchmischten Siedlung, und natürlich soll das Ganze auch noch optisch ansprechend und schön durchgrünt sein. Mehrere Ausschreibungen waren nötig, bis das Architekturbüro Ader+Kleemann, das sich mit Janssen Immobilien aus Goch zusammengetan hat, als Wettbewerbssieger feststand.  Architekt Gunnar Ader und Philip Janssen erläuterten der Rheinischen Post jetzt ihr Vorhaben.

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„Durch das unbebaute Baufeld verläuft mittig die Birkenallee, so dass es sich in ein nördliches und ein südliches Grundstück unterteilt. Der Stadt Kalkar war wichtig, dass ein Gebiet aus einem Guss entsteht, das sich zudem harmonisch in die umliegende Bebauung einfügt“, erklärt Gunnar Ader. Die Nähe zum Fachmarktzentrum, zum Kindergarten und zur Innenstadt mache das Wohnen im künftigen Quartier auch für Menschen ohne Auto interessant. Eine gemeinsame Aufenthalts- und Spielfläche soll der Gemeinschaft dienen.

Nördlich der Birkenallee wollen die Investoren drei größere Komplexe realisieren, die neben vorwiegend kleineren Wohnungen auch großzügigere Maisonette-Wohnungen über zwei Etagen bieten. Eine Behinderteneinrichtung und eine Senioreneinrichtung haben bereits Teile davon reserviert. Südlich der Birkenallee soll ein weiteres Mehrfamilienhaus stehen, vor allem aber sind dort Reihen- und Doppelhäuser sowie zwei Einzelhäuser vorgesehen. „Die Reihenhäuser wollen wir behalten und vermieten, die Doppel- und Einzelhäuser werden verkauft“, erklärt Philip Janssen. Weil die Stadt es als ihre Aufgabe ansieht, auch weniger betuchten Einwohnern - insbesondere kinderreichen Familien - neuen Wohnraum zu bieten, werden die Reihenhäuser öffentlich gefördert und sind entsprechend günstig anzumieten. Der Kreis Kleve, der dies für das Land zu prüfen hat, habe bereits seine Zustimmung signalisiert.

Künftige Eigenheimbesitzer können ihre Autos natürlich auf ihrem Grundstück unterbringen, im Bereich des Geschosswohnungsbaus werden zusätzlich zu den dort noch vorhandenen Garagen größere Abstellflächen geschaffen, so dass die inneren Flächen vom Verkehr freigehalten werden. „Überall wird es Fuß- und Radwege als Verbindungen zwischen den Gebäuden geben, außerdem werden wir Investoren noch eine neue Straße bauen, die der eigenen Erschließung dient, die aber auch bis an das Feld im Süden heranführt, falls die Stadt Kalkar diese Fläche auch eines Tages entwickelt möchte“, erklärt Gunnar Ader.

Finanzpartner des Großprojekts ist die Volksbank Kleverland. „Das Jahr 2019 sollte ausreichen für die baurechtlichen Schritte, 2020 wollen wir mit der Umsetzung beginnen“, sagt Jansen.

Die größeren Komplexe werden verklinkert und in den oberen Bereichen verputzt, energetisch werden sie zudem zeitgemäße Technologien aufweisen: Photovoltaik, Solarthermie und Gas sollen als Hybridheizungen für Strom und Wärme sorgen. Die Investoren hoffen, dass das neue Viertel  innerhalb von etwa drei Jahren bewohnt ist und damit Altkalkar ein gutes Stück attraktiver macht.