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Zum Sonntag: Propst Johannes Mecking will an Ostern Hoffnung pflanzen

Zum Sonntag : An Ostern Hoffnung in die Welt plfanzen

Die österliche Botschaft ist auch eine vom Neubeginn. Die Hoffnung gibt, dass die schweren Zeiten auch wieder vergehen werden. Und die dazu ermuntert, die Solidarität und Aufmerksamkeit der vergangenen Wochen in der Gesellschaft zu verpflanzen und gute Früchte tragen zu lassen.

Eigenartige, unwirkliche, ja für manchen auch beklemmende Wochen und Tage liegen durch die Corona-Pandemie hinter uns, vor allem wenn man selbst oder im engsten Kreis betroffen war. Und nun stehen wir kurz vor dem Osterfest. Da, wo sonst alles sich ausstreckt zum Leben, zum Blühen und Wachsen, da ist alles auf einmal so ungewiss. Wie geht es weiter? Wann kehren wir wieder zurück zur Normalität? Sind wir eigentlich vorbereitet auf die Zeit nach der Krise? Und schließlich fragt sich mancher Mensch: Fällt Ostern aus, wo es doch keine Gottesdienste gibt, keine großen Begegnungen in der Familie oder im Freundeskreis, keine öffentlichen Osterfeuer stattfinden?

Die Zeit um den Karfreitag bis Ostern sind aus den Berichten der Bibel letztlich auch Krisenmomente, gleichsam gebündelt in drei Tagen. Da erleben Menschen eine eigenartige und beklemmende Zeit. Der, dem sie so vertraut haben, der so viel vom Leben verkündet, versprochen und geschenkt hat: dieser Jesus ist am Ende! Am Kreuz hingerichtet, nach schweren Leidensstunden, ins Grab gelegt: tot!

Und doch ist da eine Botschaft, die aufhorchen lässt, die einen Neubeginn verkündet: die Auferstehung aus dem Tod! Auferstehung aus allen Begrenzungen des irdischen Lebens.

So sehr uns die letzten Wochen der Corona-Krise bedrängt haben und uns unsere Grenzen bewusst machen, so sehr waren und sind auch viele hoffnungsvolle und schöne Momente zu erkennen: Menschen, die sich selbstverständlich für andere einsetzen. Menschen, die Zeichen des Dankes laut werden lassen, indem sie für die applaudieren, die in diesen Tagen in der Pflege und Medizin besonders gefordert sind… Die Reihe lässt sich sicher aus persönlichen Erfahrungen und Begegnungen fortsetzen. Solche Momente lassen Hoffnung und Zuversicht spürbar werden.

In diesen Tagen sagen die in der Landwirtschaft Tätigen, es wird Zeit, dass die Pflanzen und die Saat in die Erde kommen, damit sie wachsen können. Und es gilt, geduldig zu warten, dass die Saat aufgeht und Pflanzen Früchte bringen. Dann entdecken wir, was aus dem geworden ist, was gesät und gepflanzt wurde.

Mein Wunsch und meine Hoffnung sind, dass so manches, was in den vergangenen Wochen neu wahrgenommen wurde an Solidarität, Aufmerksamkeit und Nähe, gute Frucht trägt und aus dieser Krisenzeit etwas hoffnungsvolles Neues aufbrechen kann.

„Christ ist erstanden!“ – so singen wir in vielen christlichen Konfessionen zu Ostern. Eine Botschaft, ganz sicher auch in diesem Jahr, in dieser besonderen Zeit. Diese Hoffnung kann uns keiner nehmen: das Wunder der Auferstehung!

Pflanzen wir Hoffnung in diese Welt, feiern wir diese Hoffnung nicht nur an Ostern, sondern jeden Tag. Darum frohe, gesegnete und hoffnungsvolle Ostern!