Kleve: Zevens will das Rathaus bauen

Kleve : Zevens will das Rathaus bauen

Das Thema Minoritenplatz-Bebauung wird in Kleve weiter intensiv diskutiert. In der Politik gibt es Anzeichen, das gesamte Verfahren in Frage zu stellen. Auch Pläne, die bereits in der Ablage gelandet waren, sind nun wieder aktuell.

Das Projekt Minoritenplatz-Bebauung besitzt aktuell beste Chancen, vor die Wand gefahren zu fahren. Die Stimmung bei der Info-Veranstaltung in der Klever Stadthalle (wir berichteten) war eindeutig: Der Großteil der 450 Bürger, die sich dort über die neuen Entwürfe des möglichen Investors Sontowski & Partner aus Erlangen informierten, einte vor allem eins: die Ablehnung der Pläne. Sowohl der Bau als auch das Innenleben stieß auf wenig Gegenliebe. Wie die Rheinische Post erfuhr, werden innerhalb der Politik andere Wege zur Gestaltung des Platzes verfolgt. Selbst Entwürfe, die bereits in der Ablage "Abheften" einsortiert wurden, sind wieder aktuell. Vorschläge, die der Klever Unternehmer Bernd Zevens (64) von dem Kalkarer Architekturbüro Ader & Kleemann ausarbeiten ließ, werden neu diskutiert.

Auf RP-Anfrage sagte Zevens gestern: "Natürlich sind wir weiter daran interessiert, das Rathaus zu bauen und den Minoritenplatz neu zu gestalten. Wir wissen auch, dass unsere Vorschläge bei der Präsentation innerhalb der Verwaltung gut ankamen." Zevens ist davon überzeugt, dass seine Vorschläge die kostengünstigsten sind. Der Unternehmer soll ein Angebot von 12 Millionen Euro abgegeben haben. Hinzu käme, so Zevens, dass das Projekt mit Firmen aus der Region umgesetzt würde. Der Zevens-Plan sieht vor, das alte Rathaus bis auf den denkmalgeschützten Bereich abzureißen. An diese Stelle könnten die hoch gelobten Stadthäuser errichtet werden. Im Erdgeschoss mit Gewerbeflächen oben sollen Wohnungen entstehen. Ein großer Durchgang soll die Durchlässigkeit zur Fußgängerzone realisieren.

Bernd Zevens will das Rathaus auf dem Minoritenplatz neu bauen. Dabei soll im Erdgeschoss eine Verkaufsfläche von 3800 Quadratmetern entstehen und nicht wie bei Sontowski & Partner von 6300. "Es war immer der Wunsch, dass ein Lebensmittel-Vollsortimenter in der Stadt angesiedelt wird, den würden wir dort unterbringen und ein weiteres Geschäft. Mehr nicht. Damit schadet man auch den Geschäftsleuten in der Innenstadt nicht", sagt Zevens. Eine Tiefgarage mit 160 Plätzen soll unter dem Komplex entstehen mit Anbindung an die der Volksbank Kleverland. In der ersten und zweiten Etage sowie dem Dachgeschoss des neuen Baus soll die Stadtverwaltung einziehen. Dort wäre sogar so viel Platz, dass man die ganzen, quer über die Stadt verstreuten Nebenstellen der Verwaltung unter einem Dach inklusive Bürgerbüro (im Erdgeschoss) konzentrieren könnte. Der Ratssaal wird, optisch und architektonisch herausgehoben, Richtung Hafenstraße ausgerichtet. Zevens würde das neue Rathaus zum Kauf oder zur Miete der Verwaltung anbieten. Auch der Umzug der Verwaltung in ein anderes Gebäude würde entfallen, was, so schätzt Zevens, ein Einsparpotenzial von drei bis vier Millionen Euro zur Folge hätte.

Innerhalb der Fraktionen werden die Zevens-Pläne wieder diskutiert. "Wir sind für alles offen. Die Vorschläge hören sich gut an. Ich habe signalisiert, dass man mit Herrn Zevens noch einmal verhandeln soll", stellt FDP-Fraktionschef Daniel Rütter klar. Bei der CDU will man derzeit noch nicht eine derart klare Stellung beziehen. "Wir lassen das alles erst mal zwei Wochen sacken, bevor wir weiter darüber reden. Aber sich über etwas Gedanken zu machen, ist nie schlecht", sagt CDU-Chef Udo Janssen. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Jörg Cosar erklärt: "Ich möchte, dass auf dem Platz gebaut wird, aber das muss etwas Vernünftiges sein."

Internet Bilder und Berichte unter www.rp-online.de/kleve

Hier geht es zur Bilderstrecke: Informationsveranstaltung zum Thema Minoritenplatz

(RP/url)