1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve: Zeit für Winterreifen – Klever warten noch ab

Kleve : Zeit für Winterreifen – Klever warten noch ab

Der ADAC rät, Autos vor dem ersten Schnee für die kalte Jahreszeit auszurüsten. Bei den Klever Werkstätten läuft das Geschäft mit dem Reifenwechsel wegen der milden Temperaturen nur langsam an.

Wer lange Wartezeiten beim Reifenwechsel vermeiden möchte, der sollte schleunigst einen Termin bei seiner Werkstatt machen. Denn: "Aktuell ist es viel ruhiger als zur gleichen Zeit in den Vorjahren. Die Autofahrer sind beim Thema Winterreifen wegen der einigermaßen warmen Temperaturen noch ganz entspannt", sagt Jürgen Held, Inhaber der Werkstatt Auto Held an der Briener Straße.

Jetzt sei aber genau die richtige Zeit, umzurüsten. Schon bei Temperaturen unter sieben Grad haben die Winterreifen eine deutlich bessere Fahrbahnhaftung als die normalen Reifen. Und derartige Temperaturen sind auch im Oktober in den Morgen- und Abendstunden nicht selten. Außerdem könnten jetzt noch alle Reifentypen gut bestellt werden. Seinen Kunden rät Held, Winterreifen mit "ordentlicher Regenhaftung" zu wählen. Von Billigprodukten rät der Experte ab: "Die Markenreifen sind auf dem neuesten Stand bei der Gummierung und sparen mehr Benzin. Was der Kunde beim Kauf der Billigreifen spart, fährt er an Benzinkosten wieder rein", sagt Held.

Eine Empfehlung, die seine Kollegin Natalie Polth von Reifen Polth ihren Kunden ebenfalls gibt. "Man kann sich im Internet informieren und auch die Reifen zu uns schicken lassen. Mit den sehr günstigen Reifen – zum Beispiel aus China – tut man sich meist aber keinen Gefallen", sagt Polth. Sie rät, auf die Empfehlung des Verkäufers zu hören. Denn der wisse auch, welches Modell überhaupt montiert werden kann. Neue Winterreifen empfehle sie ihren Kunden, wenn das Profil der alten nur noch bei drei Millimetern liegt. "Erlaubt sind 1,6 Millimeter, aber schon bei drei Millimetern ist der Reifen nicht mehr so griffig auf dem Asphalt", erklärt die Geschäftsführerin des Reifendienstes.

Damit folgt die Werkstatt der Empfehlung des ADAC. Außerdem sollten die Reifen nicht länger als acht Jahre genutzt werden, da sonst Verschleißerscheinungen auftreten können, sagt ADAC-Techniker Heinz-Gerd Lehmann. Er hält es nicht für problematisch, Winterreifen im Internet zu bestellen: "Dann sollte nur darauf geachtet werden, dass sie so jung wie möglich und nicht älter als zwei Jahre sind." Das Produktionsdatum lasse sich durch die sogenannte DOT-Nummer an der Reifenflanke ablesen. "Das sind vier Zahlen, bei denen die ersten zwei für die Produktionswoche und die hinteren beiden für das Jahr stehen", erklärt der Techniker.

Für diejenigen, die ihre Reifen lieber klassisch in der Werkstatt bestellen, lohne sich ein Blick zu den renommierten Online-Anbietern aber allemal, um die Preise zu vergleichen. "So wohl bei den Reifen, als auch bei der Montage gibt es da große Unterschiede. Daher sollten zusätzlich auch immer drei oder mehr Werkstätten miteinander verglichen werden", sagt Lehmann.

Aktuell seien die Preise für Reifen und Montur auf dem selben Stand wie im vergangenen Jahr. "Teuer wird es erst, wenn nach dem ersten Schnee alle Reifen brauchen", sagt Lehmann. Und Günter Burke von der Werkstatt Burke und Willimzig in Bedburg-Hau weist daraufhin, dass die Werkstätten jetzt noch ihre selbst georderten Bestände an Reifen ausgeben. "Wenn wir dann nachbestellen müssen, und der Winter bereits im Gange ist, können die Preise bei den Herstellern von Tag zu Tag um bis zu acht Euro schwanken", sagt Burke.

Derzeit kostet der reine Radwechsel bei Burke und Willimzig knapp 20 Euro – den gleichen Preis kassieren auch Auto Held und Reifen Polth.

(RP)