Kreis Kleve: Zahl der Einbrüche deutlich gesunken

Kreis Kleve : Zahl der Einbrüche deutlich gesunken

Im vergangenen Jahr hat es etwas mehr Straftaten im Kreis Kleve gegeben. Die Aufklärungsquote ist deutlich gestiegen. Bei Rohheitsdelikten werden 90 Prozent der Fälle aufgeklärt – bei Einbrüchen bleiben dagegen 85 Prozent ungestraft.

Im vergangenen Jahr hat es etwas mehr Straftaten im Kreis Kleve gegeben. Die Aufklärungsquote ist deutlich gestiegen. Bei Rohheitsdelikten werden 90 Prozent der Fälle aufgeklärt — bei Einbrüchen bleiben dagegen 85 Prozent ungestraft.

Unter dem Strich steht ein Plus von 2,2 Prozent bei der Anzahl der Straftaten im Kreis Kleve. Und das, obwohl die Quote im Land Nordrhein-Westfalen gleichzeitig gesunken ist. Bert Gricksch von der Polizei-Direktion Kriminalität versucht, zu erklären: "Der Anstieg ist durch ein Umfangsverfahren im Bereich Rauschgift begründet. Wird dieser große Fall ausgeklammert, liegen wir auch im Landesschnitt."

Insgesamt 22 316 Straften hat es im Jahr 2013 gegeben. Eine Zahl, die Landrat Wolfgang Spreen positiv bewertet, auch wenn jeder Fall einer zu viel sei, wie er betont. "Die langfristige Entwicklung ist im Landesvergleich positiv, die Aufklärung der Straftaten ist aber auch von den Bürgern abhängig", erklärt Spreen. 56,8 Prozent aller Fälle im Kreis Kleve können von der Polizei aufgeklärt werden, im Land sind es 48,9 Prozent. Die Aufklärungsquote konnte im Vergleich zum vergangenen Jahr noch einmal um mehr als drei Prozent gesteigert werden. "Allerdings trägt auch da der große Rauschgift-Fall seinen Teil zu bei", räumt Bert Gricksch ein.

Besonders erfolgreich ist die Polizei bei der Aufklärung von Gewalt- und Rohheitsdelikten im Bereich der schweren Kriminalität: Mord, Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltigung. "In dem Bereich konnten wir mehr als 90 Prozent aller Fälle aufklären", sagt Gricksch. Als Beispiel nennen die Beamten den derzeit am Landgericht Kleve verhandelten Fall der 24-jährigen Weezerin, die für den Tod von zwei Säuglingen verantwortlich sein soll.

In insgesamt 263 Fällen ist es zu häuslicher Gewalt gekommen, 22 Täter davon schlugen zum wiederholten Male zu. "Das sind ein Drittel weniger Wiederholungstäter", sagt Gricksch. Am meisten im Dunkeln tappt die Polizei bei der Aufklärung von Fahrrad- und Taschendiebstählen. Während von 2036 gestohlenen Fahrrädern lediglich sechs Prozent geklärt werden konnten, sind es bei Taschendiebstählen ähnlich bescheidene 7,3 Prozent. Auch wenn dort die Fallzahlen von 189 auf 150 gesunken sind, während sie landesweit um 20 Prozent stiegen. "Wir haben eben nur eine begrenzte Anzahl an Personal", sagt Bert Gricksch. Mit Blick auf den deutlichen Unterschied zwischen Kreis- und Landeszahlen beim Thema Taschendiebstahl, sieht er eine der Ursache bei Banden: "Vielleicht sind wir ein wenig von ihnen verschont geblieben."

Auch beim Thema Wohnungseinbrüche ist die Aufklärungsquote mit 14,7 Prozent stagnierend. Mehr als acht von zehn Einbrüchen bleiben demnach ungesühnt. Im Land ist die Aufklärungsquote sogar noch schlechter. "Einbrüche betreffen die Menschen besonders, danach fühlen sie sich in ihrem eigenen Heim nicht mehr sicher", betont der Polizeisprecher die Wichtigkeit des Themas. Deshalb sei besonders erfreulich, dass die Fallzahl der Wohnungseinbrüche insgesamt zurückgegangen ist. Von 683 auf 573 — ein Rückgang von 16 Prozent. Im gesamten Kreis Kleve liegt die Quote der gelungenen Wohnungseinbrüche bei etwas über einem Einbruch pro Tag. "Auf alle 16 Städte und Gemeinde übertragen ist es pro Ort zu sieben Einbrüchen weniger gekommen. Da sind wir mächtig stolz drauf", meint Gricksch. Eine Ermittlungskommission sei im vergangenen Jahr eingerichtet, die Polizeibeamten immer wieder geschult worden.

Ein Schwerpunkt, den man auch im kommenden Jahr weiter setzen möchte. "Die Bürger sind dazu aufgerufen, mitzuhelfen. Alles, das verdächtig ist, soll sofort unter 110 gemeldet werden", so die Polizei.

(lukra)