Yvonne Strucks neues Jugendbuch erzählt von Liebe in Zeiten von Youtube

Neues Jugendbuch: „Jungs sind Idioten. Mädchen auch.“

Yvonne Struck stellt ihr zweites Jugendbuch vor: Sie erzählt humorvoll die Geschichte zweier frisch verliebter Teenager.

Es war Liebe auf den ersten Blick. Tief in die Augen geschaut und schon war es um sie geschehen. Um Finn (16) und Lara (15) die sich auf dem grauen Schulflur treffen, der gleich in das gleißende Licht der jungen Liebe getaucht sein sollte. Oder auch nicht. Denn da sind die Kumpels, die alles besser wissen, was man denn mit einem Mädchen machen müsse oder dürfe (und die doch eigentlich gar nichts wissen). Dann ist auch noch die kichernde Mädchenclique mit Germanys Next Topmodel im Hinterkopf. Erschwerend kommen so genannte Influencer hinzu, die auf Youtube alles Mögliche und Unmögliche erzählen und scheinbar ultimative Stylingtipps parat haben.

Yvonne Struck erzählt die Geschichte von Finn und  Lara, die Geschichte von einer Liebe in Zeiten von Youtube, Influencer und der vollkommenen Verfügbarkeit aller möglichen Bilder und Filme im Netz und die über allem kreisenden Helikopter-Eltern. Und sie erzählt wunderbar vom altmodischen Alleinsein der angebeteten Schönen gegenüber, der Finn mit gewisser Hilflosigkeit und den unmöglichen Tipps der Kumpels im Hinterkopf begegnet. Jungs sind eben Idioten. Aber Mann darf sich trösten: Mädchen auch. „Die Jugendlichen sind heute praktisch genauso verwirrt, wie wir damals“, sagt Yvonne Struck. Sie lächelt. Nein, Erfahrungen damit habe sie als Mutter nicht. Ihre beiden Kinder sind noch nicht im Alter von Finn und Lara. Und nein, fügt sie sofort an,  Sex habe in diesem Buch keiner. Auch wenn es sich ein bisschen um Aufklärung und Erotik und ganz viel um Gefühle dreht. All das, mit ganz viel Humor.

Aber da sind auch die Missverständnisse und Peinlichkeiten: Wenn Finn aus dem Wasser klettert und Lara im nassen Bikini neben ihm sitzt, und Finn den Kampf gegen die enger werdende Hose verliert. Denn es hilft nicht einmal an „Heinemann in Mathe“ zu denken. Finn haut ab und weiß nicht, wie er das Lara erklären soll. Oder dass der Vibrationsalarm des Smartphones an den unmöglichsten Stellen losgehen kann, oder wie man sich zum Deppen macht - und es anderen gar nicht auffällt.

Für die Leser geht die Geschichte wunderbar auf, weil man in den Gedanken mitliest und dazu die gesprochenen Sätze hört, erkennt, wie aneinander vorbeigeredet wird und wie sich die beiden doch irgendwie begegnen könnten.

„Ich habe mich viel bei Eltern pubertierender Kinder umgehört“, sagt Struck. Sie hat Zitate gesammelt, Geschichten, hat sich ihre Einfälle notiert und die Geschichte dann in den Computer getippt: die Geschichte von Finn und Lara.

Vor einem Jahr war das Manusskript fertig, jetzt liegt der Stapel frisch gedruckter Exemplare bei der Vorstellung in der Buchhandlung Hintzen auf dem Tisch. Einen Verleger zu finden, war einfacher, als bei ihrem ersten Buch. Denn von „Jungs, meine Mutter und der ganze andere Mist“, verkaufte die gebürtige Lübeckerin 20.000 Exemplare.

Jetzt also das zweite Buch - und das richtet sich an Mädchen und Jungen. Genauso humorvoll, wie das erste.

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