Kleve: XOX-Theater sucht nach neuem Träger

Kleve: XOX-Theater sucht nach neuem Träger

Ein Jahr lang betreibt Wolfgang Paterok noch die Bühne an der Briener Straße. Findet sich bis dahin kein neuer Träger, schließt das Theater für immer. Brandschutzmaßnahmen fast abgeschlossen, Betrieb soll diesen Monat wieder anlaufen.

Zwei rauchdichte Türen, eine Brandmeldeanlage, eine Fluchtlampe und ein Feuerlöscher. Fünf Brandschutzmaßnahmen, die beinahe dazu geführt hätten, dass der Vorhang des XOX-Theaters in Kleve für immer geschlossen bleibt. "Der totale Untergang des Hauses ist von der Stadt in Kauf genommen worden", sagt Inhaber Wolfgang Paterok. "Wir haben tatsächlich kein Geld mehr. Ich war drauf und dran, die Sache aufzugeben", sagt Paterok. Die gute Nachricht: Es geht vorerst weiter an der Briener Straße. Danach hat es vor einigen Wochen aber noch ganz und gar nicht ausgesehen. "Wir mussten einen komplett neuen Bauantrag stellen. Ich hätte mir gewünscht, dass wir das auch mit einem Änderungsantrag hätten regeln können", sagt Paterok.

Er erinnert an die euphorische Rede, die Bürgermeister Karl Thelosen zur Eröffnung 1997 gehalten hat. An die Verleihung des Kulturpreises im Jahr 2003 an das XOX-Theater. "Mein Wunsch wäre gewesen, dass die Stadt die Brandschutzmaßnahmen mit Empathie begleitet", sagt der 70-Jährige. Dies sei aber nicht geschehen. "Keine 2000 Euro" hätten die baulichen Maßnahmen zur Wiederherstellung des Brandschutzes gekostet. Nur ein Bruchteil des Geldes, das die Pläne und Gutachten verschlungen haben. Wolfgang Paterok war damit konfrontiert, wie es überhaupt mit der Bühne in Zukunft weitergehen soll. "Ich habe mich dazu entschlossen, das Theater noch ein Jahr mit voller Kraft zu betreiben. Währenddessen muss ein neuer Träger gefunden werden, der es in der Zeit danach in die Hand nimmt", sagt Paterok. Was aber passiert, wenn sich kein neuer Träger finden lässt? "Dann werden wir schließen", sagt der 70-Jährige. Insgesamt 10 000 Euro verschlingt der laufende Betrieb im Jahr, 25 Prozent davon übernimmt die Sparkasse Kleve als einziger Sponsor. "Die restlichen 7500 Euro nehmen wir durch den Spielbetrieb ein", sagt Paterok. Wenn denn endlich wieder gespielt werden kann. "Seit November 2013 konnten wir ja meine Aufführungen mehr bieten", sagt Paterok.

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Für den neuen Träger biete sich demnach eine fast einmalige Situation. "Man bekommt ein Theater, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen", sagt der Inhaber. Eine Möglichkeit wäre, den jetzigen Förderverein mit 55 Mitgliedern in einen Trägerverein umzuwandeln. "Dafür ist er aber nicht gegründet worden", meint Paterok. Eine Alternative wäre, einen eigenen Trägerverein zu gründen. Vielleicht findet sich aber auch so ein Träger. "Ich werde meinen Blick auch in die Niederlande wenden. Vielleicht findet sich dort ja eine Gruppe Kulturbegeisterte", sagt Paterok. Schließlich könne man die Räume zusätzlich zum Theaterbetrieb auch für die unterschiedlichsten Dinge nutzen. "Ein Kulturkino etwa. Eigentlich alles, außer einer Partyhöhle. Das geht mit dem Vermieter nicht", sagt Paterok.

Die Brandschutzmaßnahmen sollen unterdessen bis Mitte September abgeschlossen sein. Zwar wird die Premiere des Stückes "Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes" nach Bedburg-Hau verlegt (siehe Zweitstück), die Aufführungen am 12. und 13. September sollen aber wieder im Haus stattfinden. Genau wie die Inszenierung der Pantomime "Bodecker & Neander" am 19. und 20. September.

(lukra)