Kleve: Xantener Planer schlagen "Minoritenhof" für Kleve vor

Kleve: Xantener Planer schlagen "Minoritenhof" für Kleve vor

Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Baufelder für künftige Häuser auf dem Minoritenparkplatz wurden mit großer Mehrheit gegen die Stimme von Anne Fuchs (OK) dem Rat empfohlen. Dabei wird für eine künftige Bebauung auf Antrag von Michael Kumbrink (SPD) auch im ersten Obergeschoss eine gewerbliche Nutzung zugelassen. Das war im ersten Entwurf nur für das Erdgeschoss vorgesehen. Ab dem zweiten Obergeschoss wird nur noch Wohnen zulässig sein, sagte Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer.

Zum Hintergrund: Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, zwei 1200 und 1400 Quadratmeter große Baufelder für eine Bebauung zu beschließen. Der neue "Minoritenplatz" direkt am Rathaus soll 1800 Quadratmeter bekommen, die unbebaut bleiben. Im Hauptausschuss, der jetzt im Ratssaal tagte, schlug die Diskussion darum Wellen, als Anne Fuchs eine Erklärung der OK verlas. Sie warf der Bauverwaltung Manipulation vor: Die halte seit Monaten einen Hochbauentwurf zurück, der derzeit in den Fraktionen vorgestellt werde. Man wolle ihn wohl verhindern, attackierte die OK Rauer. Dem Beigeordneten sprang Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) zur Seite: "Wenn alle Fraktionen Einsicht in diesen Plan bekommen, dann kann von Manipulation nun wirklich keine Rede sein". Bürgermeisterin Northing wies den Manipulationsvorwurf energisch zurück. Petra Tekath (SPD) versuchte, der OK die Reihenfolge zu erklären: "Es geht hier zunächst um einen Bebauungsplan - was dort letztlich gebaut wird, steht noch gar nicht zu Debatte. Soweit sind wir noch nicht". Kleves Kämmerer Willibrord Haas verstand die "Welt nicht mehr": "Sie hatten einstimmig beschlossen, Investorenunabhängig ein Verfahren einzuleiten. Das heißt: Erst der Bebauungsplan und dann Investoren- oder Architektenpläne", sagte Haas. Dem schloss sich Jörg Cosar (CDU) an: "Mir geht diese Art der Diskussion um diesen Platz auf den Kecks. Das ist ein hässlicher, alter Parkplatz für den wir endlich eine Lösung finden müssen." Sonja Northing gewann dem Einwurf der OK allerdings auch etwas Positives ab: "Die OK denkt anscheinend über eine Bebauung des Platzes nach, wenn sie sich so für diesen Plan einsetzt", sagte sie. Daniel Rütter (FDP) warf sich wiederum für den Entwurf des Xantener Architektenteams "atelier 3 architekten Jungnitsch und Schmidt" in die Bresche. "Das ist genau das, was wir uns dort vorstellen", sagt Rütter. Tatsächlich haben Jungnitsch und Schmidt, die unter anderem dem Ostwall in Xanten ein neues Gesicht gegeben haben, einen interessanten diskussionswürdigen Beitrag geliefert, in welcher Form der Platz bebaut werden kann: Kleinteilig mit der Anmutung eines Stadtviertels, das sich organisch entwickelt hat. Jungnitsch und Schmidt nennen das Viertel den "Minoritenhof". Der müsste später allerdings in die jetzt empfohlenen Baufelder passen.

(mgr)
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