Wunderland Kalkar steht zum Verkauf - Wer bietet 18 Millionen für den Freizeitpark?

Freizeitpark in Kalkar steht zum Verkauf: Wer bietet 18 Millionen fürs Wunderland?

Freizeitpark, Hotel und Messe stehen zum Verkauf. Investor Henni van der Most (68) möchte mit dem Erlös ein Großprojekt in Rotterdam finanzieren. Der Betrieb geht unverändert weiter, alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Wer schon immer mal einen Freizeitpark kaufen wollte, hat jetzt die Gelegenheit dazu: Das Wunderland Kalkar steht zum Verkauf. Investor Henni van der Most sucht einen Nachfolger, der in Kalkar den Komplex aus Vergnügungspark, Hotel und Messegelände übernimmt.

In Fachkreisen ist schon seit einiger Zeit bekannt, dass das Wunderland erworben werden kann. „Der Fragpreis beträgt 16 bis 18 Millionen Euro für das komplette Wunderland“, sagt Geschäftsführer Han Groot Obbink auf Anfrage unserer Redaktion. Er betont aber auch: „Eilig haben wir es nicht. Wenn wir morgen verkaufen, ist es gut, wenn es erst in fünf oder zehn Jahren klappt, dann auch.“ Auch die Übernahme einzelner Geschäftsfelder wie Freizeitpark, Hotel oder Messebetrieb sei möglich. „Es sind schon einige Interessenten auf uns zugekommen, bis jetzt ist es aber noch nicht zum Vertragsabschluss gekommen“, sagt Groot Obbink. Und bis es so weit ist, gehe der Betrieb im Wunderland ganz normal weiter. Alle 375 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Das gelte auch für den Fall, dass das Wunderland einen Käufer findet. „Das ist Herrn van der Most wichtig“, betont Groot Obbink.

Der Unternehmer Henni van der Most hatte 1995 das ehemalige Atomkraftwerk, das bundesweit unter dem Namen „Schneller Brüter Kalkar“ bekannt wurde, aber nie in Betrieb ging, gekauft und es zu einem Freizeitpark umgebaut. Bis Anfang 2005 hieß der Park „Kernwasser Wunderland“, seitdem „Wunderland Kalkar“. „Jetzt ist Herr van der Most 68 Jahre alt und fragt sich, was er in seinem Leben noch erreichen möchte. Er ist ein Kaufmann, dazu gehört es auch, Unternehmen abzustoßen und neue Projekte zu beginnen“, sagt Goot Obbink. Konkret plant der niederländische Investor einen Vergnügungspark, den er auf dem Gelände einer ehemaligen Müllverbrennungsanlage im Hafen von Rotterdam errichten möchte. Darin sieht van der Most offenbar eine gute Ergänzung für seine 16 Betriebe, in denen er 1200 Mitarbeiter beschäftigt.

Für van der Mosts drei Töchter sei es keine Option, das Wunderland Kalkar zu übernehmen, so Groot Obbink. Als mögliche Käufer kämen wohl vor allem Investorengruppen infrage, sagt der Geschäftsführer. Interessenten sollen sich der Dimensionen des Wunderlands bewusst sein: 55 Hektar umfasst das gesamte Gelände, davon sind 24 Hektar bebaut. Der Familienpark wartet mit mehr als 40 Attraktionen auf. In den 435 Hotelzimmer stehen 1000 Betten. Es gibt 20 Tagungsräume und sieben Kneipen.

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„Die Geschäfte laufen sehr gut“, sagt Groot Obbink. Das gelte für alle Bereiche des Wunderlands, ganz besonders aber für die Events und Messen. Die Idee, das Wunderland zum Messezentrum werden zu lassen, die vor einigen Jahren realisiert wurde, erwies sich als goldrichtig. Gastrotek, Green Live, Modellbaumesse und Co. ziehen Jahr für Jahr zigtausende Besucher in die Hallen am Rhein zwischen Wissel und Hönnepel.

„Nur die Anzahl der Kegeltouren ist rückläufig. Deswegen setzen wir verstärkt auf Events“, sagt der Geschäftsführer. Der Freizeitpark sei nach wie vor gut besucht, auch wenn das sehr heiße Wetter zuletzt die Besucherzahlen hat zurückgehen lassen. „Der Nachteil ist, dass man im Park  abhängig ist vom Wetter“, sagt Groot Obbink. Aber er wäre nicht der findige Geschäftsmann, der er nunmal ist, wenn er für  potenzielle Käufer nicht gleich einen Vorschlag parat hätte: „Ein Investor könnte einen Indoor-Abenteuerplatz aufbauen. Platz haben wir genug.“

Zurzeit werden viele Zimmer im Hotelbereich renoviert. Vor allem Tagungsgäste sollen davon profitieren. Der Freizeitpark erhält eine neun Meter lange Wasserrutsche, um Abkühlung bei hohen Temperaturen bieten zu können. Erhoffter Nebeneffekt: Das Wunderland wird für Investoren noch attraktiver. Archivfoto: Wunderland

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