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Wunderland Kalkar hat nach 25 Jahren neuen Eigentümer

Nach 25 Jahren : Wunderland Kalkar an neuen Eigentümer verkauft

Das Wunderland Kalkar hat nach als 25 Jahren einen neuen Eigentümer gefunden. Was der Verkauf für die bis zu 320 Beschäftigten bedeutet.

Schon 2018 stand für Hennie van der Most fest, dass er das Wunderland Kalkar zum Verkauf anbieten wird: „Wer bietet 18 Millionen Euro?“ für den Komplex aus Vergnügungspark, Hotel und Messegelände – so lautete damals die Frage an potenzielle Käufer. Ob van der Most nun, rund vier Jahre später, tatsächlich die geforderte Summe erhalten hat, darüber war am Mittwoch zunächst nichts zu erfahren. Fest steht aber: Das Wunderland ist verkauft worden.

Wie das Wunderland mitteilte, ist der neue Eigentümer die DeFabrique Holding. Wie es weiter hieß, sind dem Eigentümerwechsel ausgiebige Verhandlungen vorausgegangen, bis am Montag 1. August Verkäufer Hennie van der Most (Most Beheer) und Käufer DeFabrique Holding den Kaufvertrag unterzeichneten. Dieser umfasst auch die Komplettübernahme des Mitarbeiterstabs. Die DeFabrique Holding wird künftig gemeinsam mit Han Groot Obbink die Geschäftsführung der Kernwasser Wunderland Freizeitpark GmbH übernehmen.

Der Niederländer Van der Most hatte die Industriebrache vor den Toren Kalkars im Jahr 1995 für rund vier Millionen Mark gekauft. Das war vier Jahre, nachdem die Politik das Aus für die als Atomkraftwerk geplante Anlage, die nie ans Netz ging, beschlossen hatte. Anschließend begann der Unternehmer mit dem Aufbau einer Erholungs- und Freizeitanlage, die als „Kernwasser Wunderland“ an den Start ging. Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus ein beeindruckendes Unternehmen. Zum Wunderland gehören heute: 430 Hotelzimmer mit 1000 Betten, diverse Restaurants mit einer Kapazität von 2500 Sitzplätzen, sieben Themen-Bars im Eventzentrum „Dance Factory“ (ehemals Kneipenstraße), ein Freizeitpark für junge Familien mit mehr als 40 Attraktionen und Spielgeräten, 20 Tagungsräume im Rahmen eines Business-Centers, eine insgesamt 9000 Quadratmeter große, multifunktional nutzbare Messe- und Eventfläche in zwei Hallen, ein 16 Hektar großes Outdoorgelände und Sport- und Spielmöglichkeiten wie Tennis, Boccia, Minigolf, Beach-Volleyball, Tischtennis und Basketball.

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Den geplanten Rückzug aus Kalkar verkündete van der Most 2018. Nachfolger innerhalb der Familie gab es keine. Somit begann die Suche nach einem geeigneten Interessenten, „der bereit wäre, den heutigen Charme des Hotel-, Business- und Freizeitkomplexes zu übernehmen, in den Folgejahren auszubauen, zu modernisieren und neue Aspekte einzubringen“, wie es in der Mitteilung des Wunderlands heißt. Diese Aufgabe soll die DeFabrique Holding als neuer Eigentümer übernehmen.

„Die Chemie zwischen beiden Vertragsparteien stimmte sofort – sind sich doch beide sehr ähnlich in ihrem Tun und Bestreben“, so das Wunderland. So sei die DeFabrique Holding bereits lange erfolgreich im Gastgewerbe tätig und habe noch weitere Betriebe in den Niederlanden, alle mit unterschiedlichen Konzepten, unter sich. Zur DeFabrique Holding gehören demnach unter anderem: DeFabrique Evenementenlocatie, Vliegveld Twenthe, Evenementenlocatie, Kartfabrique, DUS Utrecht, JAN Verhuur und Briq Bookings.

Als Zielgruppe nehmen Wunderland und die DeFabrique Holding potenzielle Gäste aus Nordrhein-Westfalen und den östlichen Niederlanden ins Visier. Sie sollen dem Wunderland gute Umsätze bringen – vor der Pandemie, im Jahr 2019, betrugen diese nach eigenen Angaben 14 Millionen Euro. Aber auch die Region soll von der Wirtschaftskraft des Freizeitzentrums weiterhin profitieren. Wie das Wunderland betont, arbeiten heute bis zu 320 Beschäftigte im Wunderland Kalkar, davon knapp 120 Festangestellte. „Viele kommen aus der Region oder sind in die Region gezogen, um sich hier ihren sozialen Lebensmittelpunkt aufzubauen. Vor Corona-Beginn, 2019, wurden rund 5,3 Millionen Euro an Gehältern gezahlt“, so das Wunderland.

Die letzten zwei Geschäftsjahre waren allerdings sehr schwierig für das Wunderland Kalkar. Doch durch das Impfzentrum und staatliche Hilfen konnte auch diese Zeit überbrückt werden. Nun herrscht wieder Zuversicht. „Das Wegfallen vieler Corona-Beschränkungen lässt die Gäste wieder zunehmend Vertrauen fassen – Besuchszahlen und Buchungen steigen kontinuierlich an“, so das Wunderland. Wie es weiter heißt, will Hennie van der Most dem Komplex und dem neuen Eigentümer verbunden bleiben.