Wo es im Kreis Kleve besonders oft zu gefährlichen Unfällen kommt

10 Strecken mit Gefahrenpotenzial: Hier sollten Autofahrer im Kreis Kleve besonders aufpassen

Ungewöhnlich viele Unfälle, zahlreiche Fahrradfahrer betroffen oder deutlich mehr Verletzte als sonst - auf diesen zehn Strecken hat die Polizei im vergangenen Jahr Auffälligkeiten festgestellt.

19 Tote, 330 Schwer- und 1152 Leichtverletzte bei 9097 Unfällen. Die aktuelle Verkehrsunfallstatistik im Kreis Kleve sah schon besser aus als im vergangenen Jahr - die Zahlen sind aber längst kein Vergleich zu den 90er Jahren, als es noch erheblich mehr Tote und Verletzte auf den Straßen des Kreises Kleve gab. Das liegt zum einen an der Technik und Ausstattung der Autos, die deutlich sicherer geworden sind. Zum anderen aber auch an verkehrstechnischen Maßnahmen, die seither durchgeführt wurden.

"Seit 1998 beschäftigen wir uns systematisch und ganzheitlich mit dem Thema", sagt Polizeisprecher Achim Jaspers. Das zeigt sich zum Beispiel an der Vielzahl der Kreisverkehre, die seitdem gebaut wurden, um Kreuzungen zu entschärfen, etwa am Lindchen. "Wir beobachten jede Entwicklung und richten uns auch nach den sich verändernden Zahlen", sagt er. Seitdem etwa Pedelec- und E-Bike-Fahrer ein immer größer werdendes Phänomen auf den Straßen des Kreises Kleve geworden sind, werden diese auch in einer eigenen Kategorie erfasst.

Es gibt die regelmäßig tagenden Unfallkommission, die Gefahrenstellen am runden Tisch untersucht und an der auch andere Institutionen als die Polizei beteiligt sind. Außerdem erstellen die Beamten Top-10-Listen von Unfallhäufungsstrecken auf einer Netzknotenkarte. "Wir wollen schwerpunktmäßig agieren und schauen uns diese Strecken ganz genau an", sagt Jaspers. Genutzt werden die Listen also ganz praktisch im täglichen Einsatz der Polizeidienststellen.

"Das sind nicht unbedingt die Strecken, auf denen es insgesamt am meisten Unfälle gegeben hat. Das Verkehrsaufkommen ist ja unterschiedlich stark", sagt Jaspers. Und wo es viel Verkehr gibt, da passiert eben auch öfter mal etwas - wie auf der Hoffmannallee in Kleve, auf der täglich viele Fahrrad- und Autofahrer unterwegs sind und die außerdem noch von Fußgängern gequert wird. Bei der Liste der Polizei geht es daher eher um Strecken, auf denen es im Vergleich zum vergangenen Jahr besondere Auffälligkeiten gab.

Ein Beispiel: Während es an der Kalkarer Straße in Bedburg-Hau im vergangenen Jahr bei 64 Unfällen zu insgesamt fünf Schwer- und neun Leichtverletzten kam, ist es an der Klever Straße/Kevelaerer Straße in Geldern zu fünf schwer und zehn Leichtverletzten gekommen - obwohl es dort mit 28 deutlich weniger Unfälle gab. Wenn es an der Stelle im Südkreis knallt, sind die Unfälle also statistisch häufiger schwer als anderswo.

Auffällig viele Leichtverletzte gab es im vergangenen Jahr in Emmerich im Bereich Eltener Straße/ Großer Wall / Reeser Straße. Mit zehn Menschen wurden besonders viele an der Kapellener Straße/Am Mühlenwasser in Geldern schwer verletzt. Im Klever Stadtgebiet ist vor allem die Tiergartenstraße den Beamten aufgefallen: Hier hat es 35 Mal geknallt, dabei ist es zu zehn Leichtverletzten gekommen.

Zwei Tote hat es auf der Kevelaerer Straße in Goch gegeben, einen weiteren am Ostring/Kalkarer Straße in Goch und auf der Weller Landstraße in Kevelaer. "Oftmals entscheidet aber nur ganz wenig zwischen einem Unfall, der mit Schwerverletzten oder Toten endet", sagt Polizeisprecher Jaspers. Insgesamt hat es bei den auffälligen Strecken im vergangenen Jahr 144 Geschädigte bei 427 Unfällen gegeben.

Die Polizei registriert nicht nur, wo ein Unfall passiert ist und wie groß der angerichtete Schaden war - die Einsatzkräfte werten ebenfalls aus, was zum Unfall geführt hat und wer betroffen war. So sind zum Beispiel auf der B67 zwischen der Uedemer Straße und der A57 in Goch häufiger Pedelec- und Fahrradfahrer betroffen. Bei den beiden auffälligen Strecken im Raum Emmerich hat die Polizei beobachtet, dass häufiger Alkohol im Spiel ist.

(lukra)