Kleve: Wissenschaftler ohne Regeln

Kleve: Wissenschaftler ohne Regeln

Forschen, Fragen und Lösungen finden – das lieben Kindergartenkinder. Diesen Entdeckergeist möchte die bundesweite Stiftung "Haus der kleinen Forscher" unterstützen. Lokales Netzwerk auch in Kleve.

Wieso verschwindet der Schnee, wenn man ins Haus geht? Wieso ist er nicht mehr schön weiß, sondern nur noch braune Matsche auf dem Fußboden? Das sind Fragen, die Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren beschäftigen. Naturwissenschaft und Technik – diese Bereiche kommen im Kita-Alltag oft zu kurz, Gesang, Spiele und Bücher stehen im Vordergrund.

Sitz in Berlin

Das soll sich jetzt ändern. Die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" mit Sitz in Berlin will den Forschungsdrang der Kinder stärken. Initiatoren sind die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, die Unternehmensberatung McKinsey&Company, die Siemens Stiftung und die Dietmar Hopp Stiftung.

Anlass für die Gründung der Stiftung war der so genannte PISA-Schock, im Mittelpunkt stehen ganzheitliche Bildung und natürlich auch die Nachwuchsförderung für die Wissenschaft. Der Standort Deutschland soll gestärkt werden und den Kindern die spannende Welt der Technik nahegebracht werden.

Für die Region um Kleve hat die VHS Kleve in Zusammenarbeit mit der Biologin und Umweltpädagogin Barbara Maué ein lokales Netzwerk gegründet. Maué ist in Kleve gleichsam Netzwerkkoordinatorin und Trainerin für die Erzieher. "Bolzplätze für Naturwissenschaft und Technik" sollen in den Kindergärten geschaffen werden – als Möglichkeit für die Kinder, ohne Zwang. Für die Erzieherinnen und Erzieher bietet das jeweilige lokale Netzwerk einen Basis- und einen Aufbauworkshop an. Hier testen sie an einigen Experimenten, wie mit Alltagsmaterialien ganz einfache Versuche durchgeführt werden können, und auf welche Fragen die Kinder dabei kommen.

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Die teilnehmenden Kitas erhalten vom Netzwerk je einen Koffer, in dem sich zwölf Karten, auf denen Experimente beschrieben werden, und einige Pipetten befinden. Trotzdem sollen die Experimente nur als Anregung dienen, aus den alltäglichen Fragen der Kinder eigene Versuche mit ihnen zu entwickeln.

Für die Kindergärten ist es unerheblich, ob sie trägerfrei oder -gebunden sind. Im Klever Netzwerk nahmen im ersten Anlauf dreizehn Kindergärten teil, sowohl evangelische, katholische sowie Elterninitiativen. Der Einzugsbereich des Netzwerks geht über Geldern, Weeze, Issum, Kleve bis nach Emmerich. Für die neue Workshopreihe im Sommer gibt es bereits eine Warteliste.

Einmal Chef sein

Für die Kinder liegt ein zusätzlicher Gewinn darin, einmal der "Chef" sein zu können. Hier müssen sie sich während der Experimente nicht an Vorgaben halten (außer der Sicherheitsregeln), sondern können einfach mal ausprobieren und abwarten, was passiert.

(RP)