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Wirtschaftsförderer des Kreises Kleve regt Senkung der Grunderwerbsteuer an

Kolumne „Nur mal so“ : Großes Heim, Glück allein?

In der Corona-Krise konnten diejenigen gut durchhalten, die ein großes Eigenheim mit Garten besitzen. Um diesen Luxus künftig mehr Menschen zu ermöglichen, sollte die Grunderwerbsteuer gesenkt werden, sagt der Wirtschaftsförderer des Kreises Kleve.

Stehen Sie auf dem sonnigen Balkon hoch über den Rheinpromenaden in Emmerich am Rhein oder Rees, dann wächst die Überzeugung schnell. Es gibt sie schon, die nicht alltäglichen Wohnlagen. Der Blick auf die Schwanenburg oder das Hochschul-Ensemble in Kleve liefert ebenso das besondere Prickeln wie die neuerlichen 1A-Plätze unweit von Steintor und Nierswelle in Goch. Wer denn den großen Besucherstrom in Wallfahrtsstadt Kevelaer aus seiner Oberwohnung am Kapellenplatz tagtäglich aus ureigenen vier Wänden verfolgen kann, der dürfte es ebenso spüren wie diejenigen, die im Herzen von Geldern oder Straelen den Pulsschlag des Lebens im Logensitz geboten kriegen. Keine Frage: Die Wohnwelt von oben liefert viele Pluspunkte.

Aber eines steht auch fest: Zu Corona-Zeiten kamen zu eben diesen glücklichsten Menschen alle diejenigen hinzu, die ihr eigenes Grün hinterm Haus besaßen. Das Häuschen mit Garten war und ist das Nonplusultra im Durchhalte-Akt.

Mehr als die Hälfte aller Kreis Klever, genau gesagt sind es 58 Prozent, leben hier bei uns in eigenen vier Wänden und halten damit die Wohneigentümerquote in deutlicher Distanz zum Land Nordrhein-Westfalen, das es nur auf statistische 43 Prozent bringt.

Die eifrigsten Häuslebauer im Kreisgebiet gab und gibt es wohl in Weeze, Bedburg-Hau und Kranenburg – aber ungeachtet dessen: Corona könnte allerorten dazu motivieren, die Anstrengungen zur Grundsteinlegung derzeit zu forcieren. Über die historisch niedrigen Zinsen müssen wir nicht lange sprechen, und über stetig steigende Mieten auch nicht.

Es wäre an der Zeit, vor Einsetzen schwächelnder Konjunktur über die Höhe der Grunderwerbsteuer intensiv nachzudenken. Bei 6,5 Prozent für Vater Staat kommen beim Hauskauf schnell fünfstellige Summen zusammen. Dieses Geld wäre beim Bankengespräch auf der Eigenkapitalseite ganz sicher besser aufgehoben.