Konjunkturumfrage der IHK Wirtschaft am Niederrhein blickt dem Winter skeptisch entgegen

Niederrhein · Unternehmen am Niederrhein erwarten, dass ihre Geschäfte im Winter schlechter laufen werden. Das geht aus einer Konjunkturumfrage der IHK hervor. Diese Gründe geben Unternehmer für ihre Skepsis an.

Die Erwartungen der Unternehmen für den Winter versprechen wenig Gutes.

Die Erwartungen der Unternehmen für den Winter versprechen wenig Gutes.

Foto: dpa/Robert Michael

Viele Unternehmen im Kreis Kleve und am gesamten Niederrhein erwarten, dass ihre Geschäfte in den nächsten Monaten schlechter laufen werden als noch im Sommer. Das berichtet die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) unter Berufung auf ihre aktuelle Konjunkturumfrage. Kritik äußern die Unternehmen vor allem an den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen: Es fehlten die richtigen Impulse aus der Politik.

„Zu langsam und zu unentschlossen: Viele wichtige Projekte für unsere Wirtschaft treten auf der Stelle. Dabei brauchen unsere Unternehmen gerade jetzt, wo sich die Lage verschlechtert, verlässliche Aussagen und klare Perspektiven“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger. Besonders greifbar ist die Skepsis in der Industrie: Nur eins von sieben Unternehmen gab in der aktuellen IHK-Umfrage an, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

„Viele Unternehmen halten sich bei Investitionen immer noch zurück. Dabei besteht – nach Pandemie und Energiekrise – eigentlich Nachholbedarf. Das politische Hin und Her, wie bei Energie- oder Mobilitätswende, verunsichert die Unternehmen. Da ist es für viele vernünftiger, erst einmal abzuwarten – ein Teufelskreis, wenn es um den wirtschaftlichen Aufschwung geht“, sagt Dietzfelbinger.

Die Unternehmer nennen dabei vor allem die Energie- und Rohstoffpreise als größte Risiken. Damit verschiebt sich das Bild: Bislang war der Fachkräfte-Mangel das größte Sorgen-Thema. „Andere Länder ziehen davon, Deutschland dagegen steckt in einer Rezession. Zugleich werden andere Standorte auch attraktiver, was Investitionen angeht. Besonders die chemische Industrie, aber auch die Stahlproduktion, prüfen Energiekosten und Rahmenbedingungen genau. Unsere Wirtschaft wird ihre gute Position verlieren, wenn wir nicht rasch handeln: Bürokratie abbauen, schneller planen und bauen, neue Flächen für die Wirtschaft – darauf kommt es jetzt an“, sagt der Hauptgeschäftsführer. Die zurückhaltende Stimmung der WIrtschaft drückt auch der IHK-Konjunkturklimaindex aus: Er fiel zuletzt von 103 Punkten auf nur noch 96 Punkte.

Die Niederrheinische IHK vertritt eigenen Angaben zufolge das Interesse von rund 70.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich „als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel“.

Der vollständige Bericht der aktuellen Konjunkturumfrage am Niederrhein steht im Internet unter www.ihk.de/niederrhein/konjunkturbericht zur Verfügung.

(RP)