Kleve: "Wir sind eine Familienbücherei"

Kleve: "Wir sind eine Familienbücherei"

Für die Zukunft möchte Bibliotheks-Chef Jens Neumann die Klever Bücherei als Lese-Lernort weiter stärken. Sein Konzept stellte er im Ausschuss für Kultur und Stadtgestaltung vor. Der Standort müsse modernisiert werden.

Bis jetzt liegt die Bücherei der Stadt Kleve etwas abseits der gängigen Wege, im Schatten des Burgbergs. Aber das könnte sich ändern, wenn die Umgestaltung des Stadthallenumfeldes den Bereich neu sortiert, neue Anschlüsse schafft und den Bereich Wasserstraße/Stadthalle mitten in die City holt, wo er seit jeher eigentlich liegt. Allerdings bleibt die Bücherei ein "Wandgebäude mit wenig Tageslicht und einem hohen Bedarf an Strom", wie Bibliothekar Jens Neumann den dreigeschossigen, nicht einmal unrepräsentativen Bau jüngst im Kulturausschuss der Stadt vorstellte, der auf drei Etagen über 900 Quadratmeter Fläche fürs Publikum bietet. Für das Licht und den Strom gibt es inzwischen probate Mittel, weiß Neumann und stellte die Planung einer Musterfläche mit LED-Licht vor. Außerdem gibt es Überlegungen, den Eingangsbereich neu zu gestalten. Schön wäre es vielleicht auch, wenn das neue Licht irgendwann einmal auf ein einheitliches, neues Mobiliar scheinen würde. "Es wurde vieles aus dem Marstall übernommen, die Einrichtung ist ziemlich heterogen", sagt Neumann. Er möchte die "M's" der Bibliothek im Gleichklang weiterentwickeln und die Bücherei als Wohlfühlort stärken. Die "M's" sind die Mauern, die Medien, die Möbel. Ziel soll sein, die Familienbibliothek, die die Bücherei Kleve schon ist, weiter zu stärken und auszubauen.

25.000 mal gehen Besucher im Jahr durch die Zählschranke der Bibliothek, 2627 gültige Bibliotheksausweise sind vergeben, davon gelten 1832 als aktive Kunden. 75 Prozent der "Leser" kommen aus Kleve, die anderen aus Kraneburg und Bedburg-Hau. 36 Prozent der Mitglieder sind bis 13 Jahre alt, so, wie die meisten Neukunden ebenfalls Kinder sind. Für ihre Kunden hält die Bücherei 56.000 Medien bereit, davon 47.200 im Zugriff. Von den 120.000 Ausleihen entfallen 14.500 auf Sachbücher, 24.000 auf Belletristik und 45.500 auf Medien für Kinder. Für die Weiterentwicklung sei auch eine Kundenbefragung geplant, erklärt der Bibliothekar.

Betrachte man die Zahlen, liege schnell offen, dass Kleve schon jetzt eine Familienbibliothek ist und sich auch weiter darauf konzentrieren sollte. "Leseförderung sollte einer unserer Schwerpunkte sein, die Bücherei wird zum Grund- und vorschulischen Lernort. Wir müssen den Kinderbereich weiter stark halten", sagt Neumann. So solle künftig die Anmeldung zur Grundschule auch die Anmeldung zur Bibliothek beinhalten. Der Jugendbereich und der Erwachsenenbereich wäre dann im Vergleich zu dem der kleinen Leser deutlich kleiner. "Kernaufgabe bleibt die Leseförderung. Unsere Bücherei ist nicht Leuchtturm, sondern verlässlicher Alltagsbegleiter", sagt Neumann.

Vergönnt sei ihm der nötige Umbau und die Modernisierung des Standortes Wasserstraße, dann müsste die Bibliothek nicht gleich in jedem Architektenplan für eine mögliche Bebauung in Kleve herhalten, wie ein Politiker am Rande des Ausschusses für Kultur und Stadtgestaltung bemerkte.

(mgr)