Neujahrsempfang der Kreis Klever Grünen: "Wir müssen 2018 als Chance sehen"

Neujahrsempfang der Kreis Klever Grünen: "Wir müssen 2018 als Chance sehen"

Grünen-Europapolitiker Reinhard Bütikofer hielt die Festrede beim Neujahrsempfang der Kreis Klever Grünen im Museum Kurhaus Kleve. Bruno Jöbkes mahnte mehr Mut zu Innovationen an - vor allem auch beim ÖPNV.

Die Bilder sprechen von der Brüchigkeit einer Zeit, in der jeglicher Fortschrittsgedanke in Frage gestellt war, von einer Zeit, in der man nicht wusste, wie es weitergeht. Prof. Harald Kunde, Direktor des Museums Kurhaus, erzählte den vielen Politikern und politisch interessierten Bürgern beim Neujahrsempfang der Kreis-Grünen in seinem Museum vom späten 16. Jahrhundert, von den Bildern des niederländischen Kupferstechers Hendrick Goltzius, die in einer Zeit des Umbruchs entstanden, einer Zeit, in der alle Sicherheiten in Frage gestellt waren und Utopia verloren schien. Eine Zeit, die man durchaus mit der derzeitigen Postmoderne vergleichen könne, wo ebenfalls alle Sicherheiten und Zukunftsgedanken in Frage gestellt seien, sagt Kunde. Um aber auch auf die Bilder der Malerin Pia Fries zu weisen, die von einer neuen Freiheit erzählen.

Damit brachte Kunde die Stimmungslage auf den Punkt, wie denn nach vorne zu schauen sei, im Jahr 2018, das die Grünen im traditionell gut besuchten Museum Kurhaus begrüßen wollten und dazu keinen anderen als Grünen-Urgestein Reinhard Bütikofer an den Rand der Republik geholt hatten. Ein Rand, der von Europa aus gesehen geradezu Mitte ist. Und so waren auch Vertreter von Groen Links gekommen, den Europapolitiker und Vorsitzenden der europäischen Grünen in Kleve zu begrüßen.

Bütikofer ließ in seiner spontanen Rede in einem Parforce-Ritt die politischen Ereignisse 2017 Revue passieren, um von vornherein festzustellen: "Wir müssen 2018 als Chance sehen". Denn zwar sei nach Brexit, nach Trump und nach den Wahlen in Polen, Ungarn und Tschechien die populistische Welle, die im Grunde eine autoritäre Welle war, offenbar. Andererseits hätte es 2017 aber eine klare Absage an den Populismus und den Autoritarismus gegeben: van Bellen gewann in Österreich, Rutte und nicht Wilders in den Niederlanden und Macron und nicht Le Pen in Frankreich.

"Und in Deutschland gelingt es der AfD nicht, die Agenda der politischen Bühne zu bestimmen", sagte Bütikofer, der sich vor allem über das gute Abschneiden der Grünen bei der Bundestagswahl freute. Mit Blick auf Jamaika und markige Lindner-Sprüche warnte Bütikofer eindringlich: "Kompromisse dürfen nicht als schlechtes Regieren diffamiert werden!" Es gelte, verunsicherten Menschen zu zeigen, dass Politik mit dem Volke und aus dem Volke gemacht werde, dass der Wandel immer eine Chance sei und dieser Wandel sicher mit der vom Bürger gewünschten Sicherheit kombiniert werden kann.

Zuvor hatte Kreis-Grünen-Sprecherin Jessica Kruchem die Gäste begrüßt und in Richtung Berlin gemahnt, einen Konsens für eine Regierungsbildung zu finden und dabei nicht die Themen Klimawandel, Europa und Menschenrechte zu vergessen. Kreis-Grünen-Sprecher Bruno Jöbkes warnte vor einem Rechtsruck und vor dem "Gefasel" von CSU-Politiker Dobrindt über eine konservative Revolution. Das sei nicht mehr nur peinlich, das sei gefährlich.

Mit Blick auf den Kreis Kleve vermisste Jöbkes mehr Mut zur Innovation, vor allem auch beim öffentlichen Personennahverkehr: "Wenn die Modernisierung der Bushäuschen das Highlight für das kommende Jahr ist, dann ist da etwas schief gelaufen!". Sonja Northing schwärmte in ihrer Rede vom sozialen Frieden in Kleve. "Ich mache mir keine Sorgen um unsere Stadt, die so leistungsstark wie eine Hummel ist", sagte die Bürgermeisterin. Sie müsse keine Angst vor rechten Ausschreitungen in ihrer Kommune haben.

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(mgr)