Winteridyll im Haus Koekkoek

Kleve : Winteridyll im Haus Koekkoek

Die Winterlandschaft von Abraham Krayestein erweitert die Sammlung des B.C.-Koekkoek-Hauses. Freitag Weihnachtsfeier des Freundeskreises.

Still und allein liegt der Hof in der weiten weißen Landschaft, einige Birken trotzen dem Wind, ein Mann geht mit einem Bündel Reisig ins Haus. Der Weg dahin wird von zwei mächtigen Türpfeilern gesäumt. Die untergehenden Sonne am späten Nachmittag taucht den Hof trotz des Winters in warmes Licht. Eine ruhige, schöne Idylle.

1827 warf Abraham Krayestein dieses Idyll auf ein Blatt, jetzt konnte der Freundeskreis für das B.C.-Koekkoek-Haus das Winterbild des Koekkoek-Mentors und Wegbegleiters ankaufen. Die aquarellierte Zeichnung stammt aus dem Kunsthandel und wird auf der Weihnachtsfeier am kommenden Freitag, 12. Dezember, 19.30 Uhr im B.C. Koekkoek-Haus vorgestellt werden.Langfristig bleibt die Krayestein-Zeichnung im Haus und ergänzt die Zeichnungssammlung. Das Aquarell ist eine der wenigen eigenständigen Arbeiten, die von Krayestein überliefert sind. "Möglich werden solche Ankäufe nur mit Hilfe der Freunde, mit Spenden und Benefizveranstaltungen", sagt die künstlerische Leiterin des Hauses, Ursula Geisselbrecht-Capecki.

Tatsächlich ist das Haus auf den Freundeskreis und auf private Spenden angewiesen - denn einen Etat für Ausstellungen oder gar Ankäufe gibt es nicht. Die Stiftung ist froh, wenn sie mit den Erlösungen aus dem Stiftungskapital die laufenden Kosten gestemmt bekommt. "Viele Menschen in Kleve wissen gar nicht oder haben vergessen, dass das B. C. Koekkoek-Haus nicht von der Stadt finanziert wird sondern eine eigene Stiftung ist", erklärt Geisselbrecht-Capecki. Sie bemüht sich um Benefizveranstaltungen, die ins Haus passen. So, wie bei der Adventsmatinee am Wochenende, als 16 Musiker Werke aus dem 16. Jahrhundert bis heute boten: Für weihnachtliche Stimmung sorgte der Chor Schola Piccola, der Freundeskreis bot Waffeln und Kaffee. 320 Euro blieben bei der Stiftung.

Geisselbrecht-Capecki betont, dass allein der Besuch im Palais schon um seiner Athmosphäre willen lohne. Eine Atmosphäre, die die Fantasie vor allem der Kinder nicht losließ, so Geisselbrecht-Capecki. "Wie schön das hier ist, was würde ich machen, wenn das mein Haus wäre!", schwärmte die elfjährige Emily Minervini, 11 Jahre. Zudem erreiche man mit benefizveranstaltungen Menschen, die nicht unbedingt auch Museumsbesucher sein müssen, und gefallen am Haus finden. Geisselbrecht-Capecki möchte die Zusammenarbeit mit der Musikschule intensivieren und stieß beim Leiter der Kreismusikschule, Thomas Dieckmann auf offene Ohren. "Ein Gewinn für alle: Es ist die Gelegenheit für die Musiker, ihr Programm von Jugend musiziert (läuft im Januar) vorab in größerem Rahmen vorzustellen, ein neues Publikum lernt das Haus und seine Möglichkeiten kennen und hat natürlich den Genuss des Konzertbesuchs", wirbt die Kunsthistorikerin mit Bezug zur Musik für weitere Veranstaltungen.

(RP)