Für Stichwahl am 11. Dezember Winkmann gibt Wahlempfehlung für Welberts ab

Kreis Kleve · Der parteilose Kandidat Guido Winkmann ruft zur Wahl des von Stefan Welberts (SPD/Grüne) auf. Die CDU kritisiert, das passe nicht zu seinem bisherigen Auftreten im Wahlkampf.

 Guido Winkmann am Wahlabend im Gespräch mit Stefan Welberts und Thorsten Rupp von der SPD.

Guido Winkmann am Wahlabend im Gespräch mit Stefan Welberts und Thorsten Rupp von der SPD.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Im Kampf um den Landratsposten im Kreis Kleve empfiehlt der Drittplatzierte den Zweitplatzierten: Der parteilose Einzelbewerber Guido Winkmann hat sich dazu entschieden, in der Stichwahl am 11. Dezember den Kandidaten von SPD und Grünen, Stefan Welberts, mit einer Wahlempfehlung zu unterstützen. „Am Montag nach dem Wahltag hatte ich mit Stefan Welberts ein ausführliches Gespräch. Wie schon in seinem Wahlkampf ist deutlich geworden, dass ihm die verbesserte Anbindung des Südkreises und auch der rechten Rheinseite ein wichtiges Anliegen sind. Beispielsweise bei persönlich erforderlichen Antragstellungen. Neben seinen drei Kernanliegen Klimaschutz, Bevölkerungsschutz und Fachkräftesicherung möchte er diesen Prozess schnellstmöglich angehen, sollte er Landrat werden“, sagte Winkmann. Für ihn sei dies ein wesentliches Wahlziel gewesen. „Herr Welberts hat mich mit seinen sachlichen Ausführungen überzeugt und ist bereit, einige meiner Vorstellungen eines innovativen Kreises anzugehen. Von daher gebe ich gerne eine Wahlempfehlung für ihn ab.“

Die Entscheidung wurde offenbar nach einer eher einseitigen Kontaktaufnahme getroffen. „Mit uns hat es keine Gespräche gegeben“, sagte CDU-Kreisparteichef Günther Bergmann. „Wir nehmen zur Kenntnis, dass Guido Winkmann seine Unabhängigkeit offenbar aufgegeben hat. Das passt jedenfalls nicht zu seinem bisherigen Auftreten im Wahlkampf.“ Christoph Gerwers sei der beste Kandidat für das Amt des Landrats im Kreis Kleve. „Und wir werden bis zur Stichwahl am 11. Dezember um jede Stimme kämpfen“, sagte Bergmann.

Schärfer kommentierte die Wahlempfehlung Winkmanns am Dienstag die Junge Union im Kreis Kleve. Geschäftsführerin Lisa Drunkemühle: „Knapp 20 Prozent der Wähler haben Guido Winkmann gewählt, weil er versprochen hat, ein bürgerlicher, unparteiischer Kandidat zu sein. Jetzt unterstützt er mit dem rot-grünen Kandidaten Stefan Welberts ein Parteienbündnis, das sich im Kreistag auf die Linkspartei stützt und nur so eine Mehrheit hat. Das ist das Gegenteil von bürgerlich.“ In einer Stellungnahme spricht der JU-Vorsitzende Robert Böving zudem von Geschäftsbeziehungen zwischen Guido Winkmann und dem Klever SPD-Fraktionsvorsitzenden Christian Nitsch. Da würden sich Fragen nach Winkmanns Unabhängigkeit stellen.

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte Christian Nitsch die geschäftlichen Beziehungen zu Guido Winkmann. Die Vorwürfe weist er aber zurück. „Wir haben seit 1,5 Jahren ein geschäftliches Miteinander im Südkreis. Das hat aber überhaupt nichts mit dem politischem Engagement zu tun. Ich habe das auch innerhalb der Partei immer klar kommuniziert und überhaupt nichts zu verbergen“, sagte Nitsch.

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