Kranenburg: Windpark soll 2017 ans Netz gehen

Kranenburg: Windpark soll 2017 ans Netz gehen

Die Befürworter der Windkraftanlagen in Kranenburg haben ihr Konzept vorgestellt. Im kommenden Jahr sollen alle Fachgutachten eingeholt sein, Ende 2016 mit dem Bau begonnen werden. Steins: "Ziel ist es, Akzeptanz zu schaffen."

Sie nehmen die Sorgen der Bürger ernst, wollen aber an den Planungen für den Windpark in Kranenburg festhalten. Das ist der Tenor einer Erklärung, die die verantwortlichen Befürworter des Projekts im Rathaus der Gemeinde abgegeben haben. "Kommunikation mit den Bürgern und Transparenz bei allen Planungsschritten sind für uns unerlässlich", sagte Bürgermeister Günter Steins. "Ziel ist es, Akzeptanz für den Windpark zu schaffen und die Anwohner zu überzeugen. Auf nordrhein-westfälischer wie auch auf niederländischer Seite", erklärte Steins. Insgesamt zwölf Anlagen sollen im Windpark entstehen, der im Reichswald und in Grenznähe liegt - deshalb auch auf niederländischer Seite für anhaltende Diskussionen sorgt.

Hinter dem Projekt stehen die Gemeinde Kranenburg und der Landesbetrieb Wald und Holz. Für die Umsetzung verantwortlich zeichnet der Projektentwickler ABO Wind. Planungsleiter Georg von Aretin gab einen Überblick über den Verlauf der weiteren Planungen. Bis Ende 2015 lasse ABO Wind demnach alle erforderlichen Fachgutachten erstellen. Bis Anfang 2016 plant der Entwickler den Windpark samt Zuweg und Kabeltrasse. Gleichzeitig müsste sich dann auch im Rathaus etwas bewegen: Das Änderungsverfahren des Flächennutzungsplans der Gemeinde soll voraussichtlich Anfang 2016 abgeschlossen sein, wie es hieß. "Noch im vierten Quartal 2016 könnte die Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz vorliegen und mit dem Bau begonnen werden", erklärt Georg von Aretin. Ende 2017 würde der Windpark dann ans Netz gehen.

Vorbehalte gegen die zwölf Windkraftanlagen im Reichswald gibt es vor allen Dingen auch deshalb, weil sich in der Nähe ein großes Naturschutzgebiet befindet, indem zahlreiche Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind. "Um in diesem Umfeld zu planen, ist besonderes Fachwissen nötig", sagte Axel Kämmerling von Wald und Holz NRW. Der Projektentwickler verfüge aber über die Expertise, um das Gebiet zu erschließen "und den Eingriff in die Natur so gering wie möglich zu halten", meinte Kämmerling.

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Tatsächlich hat ABO Wind bereits mit einschlägigen Projekten Erfahrung: Die Firma hat Georg von Aretin zufolge bundesweit etwa 50 Anlagen an 15 Waldstandorten errichtet. Der Planungsleiter machte auch deutlich, warum man trotz anhaltender Proteste an dem Standort entlang des Kartenspielerwegs festhalten wolle. Bei Windgeschwindigkeiten von 6,4 Metern pro Sekunde sei die Lage eben besonders attraktiv. "So viel klimafreundlichen Strom zu erzeugen wie 88 000 Menschen zu Hause verbrauchen, rechtfertigt den Eingriff in die Natur." Geht es nach dem Entwickler, soll auch die lokale Wirtschaft von dem Windpark profitieren. Man wolle ortsansässige Unternehmen mit dem Bau der Infrastruktur beauftragen, teilte man mit. Auch noch skeptische Bürger möchte man von dem Projekt überzeugen, indem man flexible Angebote zur finanziellen Beteiligung anbietet.

Bevor es jedoch dazu kommen kann, muss der Kreis Kleve das Vorhaben in einem Genehmigungsverfahren prüfen. Voraussetzung für die Genehmigung ist, dass für sämtliche Eingriffe in die Natur Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt werden. Beim Kreis hatte man bereits erste Bedenken angemeldet, weil tiefe Fundamente und das hydraulische Öl ein Risiko für die Trinkwasserqualität darstellen könnten.

Eines haben die Verantwortlichen mittlerweile begriffen: Ohne öffentliche Kommunikation droht das Projekt zu wanken. "Während der gesamten Planungs- und Bauphase steht ABO Wind als Ansprechpartner zur Verfügung", sagt Georg von Aretin. Ein Bekenntnis, das den Bürgermeister scheinbar überzeugt. "Gemeinsam mit Wald und Holz NRW haben wir uns für ABO Wind auch wegen des überzeugenden Kommunikationskonzept entschieden", sagte er. Bleibt abzuwarten, ob man damit auch die Skeptiker überzeugen kann.

(lukra)
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