Kleve: Wem nutzt die Spange?

Kleve: Wem nutzt die Spange?

Die Zukunftswerkstatt von Volksbank Kleverland und Rheinische Post unter der Moderation von Volksbank-Direktor Frank Ruffing und RP-Lokalchef Jürgen Loosen diskutierte die umstrittene Straßenführung.

Für die einen ist es der Weg aus dem drohenden Verkehrkollaps auf der Gruft, für die anderen ist es völlig überflüssiger Straßenbau. Dritte führen mit den Plänen der "Querspange" zwischen B9/Tiergartenstraße und Landwehr sogar die Geisterdiskussion um die B9neu durch die Niederung. Dem Thema widmete sich jetzt die Zukunftswerkstatt von Volksbank Kleverland und Rheinische Post. "Was bringt uns eine Umgehung der Tiergartenstraße?", wurde gefragt. Alwine Strohmenger-Pickmann, die Vorsitzende des Klevischen Vereins, der sich gegen den Bau der Spange ausgesprochen hatte, spitzte die Frage weiter zu: "Wem nutzt die Straße überhaupt?"

Sascha Tünnißen, Geschäftsführer von Messebau Tünnißen im Kranenburger Gewerbegebiet Hammereisen, hatte die Antwort sofort parat: "Uns würde diese Spange sehr nutzen", sagt er. Denn jährlich schickt sein Unternehmen 600 Lkw auf die Straßen der Republik. Tatsächlich nehmen die mit dem Transport beauftragten Fahrer, die Richtung A 3 müssen, Umwege in Kauf, um das Nadelöhr Gruft zu umgehen,"Kilometer, die ich den Unternehmen bezahlen muss", sagt Tünnißen.

Freud und Leid

Des einen Freud, des anderen Leid: Denn der Lkw, der künftig nach dem Bau der Spange über die B9 fahren würde, kommt durch Nütterden und Donsbrüggen. "Man muss auch auf die Lärmbelastung achten, unter denen unsere Bürger zu leiden haben", sagt Josef Verweyen, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsverein Donsbrüggen. Für ihn bedeutet die Spange eine zusätzliche Verkehrsbelastung für die Ortschaften. Jörg Cosar, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Kleve, stimmte ihm – zum Teil – zu: Es stimme, dass Donsbrüggen oder Nütterden durch den Bau der Spange nicht entlastet werden. "Aber wir haben die Chance, den Verkehr aus Nimwegen, Kranenburg und Donsbrüggen aus der Tiergartenstraße herauszuhalten und können so immerhin dieses Stück Kleve und den historischen Park entlasten".

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Mit einer zusätzlichen Verkehrsbelastung müssten Donsbrüggen und Nütterden auch ohne Querspange rechnen, sagt Werner Kühlkamp von der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer. Das Verkehrsaufkommen werde um acht Prozent steigen, der Anteil des Lkw-Anteils aber nur geringfügig.

Strohmenger-Pickmanns Einwurf, dass der Ausbau der niederländischen Autobahnen den Verkehr schon vorher in den Niederlanden abziehe, ließ Horst Bildhauer vom Landesbetrieb.Straßen NW nicht gelten. Das sei erstens zu weit weg und zweitens gebe es nur einen geringen Anteil niederländischer Fahrzeuge auf der B9.

Nach Aussage Bildhauers belegten die Erfahrungen, dass die Straße, wenn sie als Vorfahrtstraße von der Tiergartenstraße abschwenke, einen Großteil des Durchgangsverkehrs nicht nur Richtung Hotel Cleve führen werde, sondern den Durchgangsverkehr in Richtung Goch über den Ring anstatt durch die Stadt.

Jürgen Rauer, Technischer Beigeordneter der Stadt Kleve, zeigte nochmals die Verkehrsprobleme Kleves auf der Gruft auf. Ohne die Spange habe man gar keine Chance, dieses Nadelöhr zu entlasten. Das beginne schon bei den Rechtsabbiegern Gruft abwärts.

(RP)