Bedburg-Hau: Weltreise per Rad – Finale mit der Oma

Bedburg-Hau: Weltreise per Rad – Finale mit der Oma

Vor drei Jahren ist die 25-jährige Swinde Wiederhold aus Kaarst in Argentinien zu ihrer Tour um den Globus gestartet. Gestern ging es auf eine der letzten Etappen von Bedburg-Hau nach Kevelaer – mit ihrer 84-jährigen Großmutter.

Vor drei Jahren ist die 25-jährige Swinde Wiederhold aus Kaarst in Argentinien zu ihrer Tour um den Globus gestartet. Gestern ging es auf eine der letzten Etappen von Bedburg-Hau nach Kevelaer — mit ihrer 84-jährigen Großmutter.

Rund 100 Kilometer sind es mit dem Fahrrad von Bedburg-Hau bis nach Kaarst — ein Katzensprung für Swinde Wiederhold. Vor drei Jahren ist die 25-jährige Kaarsterin mit ihrem Touring-Rad auf Weltreise gegangen, machte sich mit rund 30 Kilogramm Gepäck in Ushuaia, der südlichsten Stadt Argentiniens, auf den Weg. Das Ziel ihrer Reise, Prudhoe Bay in Alaska, erreichte sie Ende Juli, im September ging es von Kanada zurück nach Portugal — nicht mit dem Fahrrad freilich, doch ihr treues Gefährt ließ sie mit nach Lissabon transportieren. Denn gleich nach der Landung schwang sich Swinde Wiederhold zurück in den Sattel, um ihre Weltreise fortzusetzen: Portugal, Spanien, Frankreich, Luxemburg und Belgien durchquerte sie, bevor sie vor wenigen Tagen die Grenze nach Deutschland passierte.

Argentinien, Chile, Peru, Ecuador, Kolumbien, Panama, Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Mexiko, Vereinigte Staaten, Kanada — wenige Menschen sehen so viel von Amerika, und noch viel weniger auf dem Fahrrad. Zurück in Europa gehörte doch auch das im internationalen Vergleich eher unscheinbare Bedburg-Hau zur festen Route von Swinde Wiederhold. Dort wohnt Adrienne Wiederhold, Swindes Großmutter. Die 84-Jährige will ihre Enkelin auf dem letzten Stück der Weltreise begleiten. "Meine Oma ist 84 Jahre alt, ich bin ganz stolz, dass sie mich auf dem letzten Stück begleitet", sagt Swinde Wiederhold.

Die 84-Jährige leidet an starker Arthrose, in drei Tagesetappen will sie dennoch die rund 100 Kilometer bis Kaarst mit ihrer Enkelin gemeinsam bestreiten. "Ich fahre mit einem Liegerad. Ich leide ganz stark an Arthrose, das Fahrrad ist mein Gymnastikgerät. Es hält mich fit und ich komme überall hin damit", sagt Adrienne Wiederhold.

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Gestern morgen ist sie mit ihrer Enkelin aufgebrochen, trotz drohender Sturmböen durch Orkantief "Xaver" machten sich die beiden auf den Weg und erreichten sicher Kevelaer. Heute geht es weiter nach Grefrath, am Samstag wollen die beiden dann Kaarst erreichen. Die Leidenschaft für's Radreisen liegt bei den Wiederholds in der Familie: Auch Großmutter Adrienne machte sich 1951 mit ihrem späteren Ehemann auf eine neunmonatige Fahrt nach Marokko.

Morgen wird Swinde nun also ihre Heimat Kaarst wiedersehen — nach drei Jahren, in denen sie mit dem Fahrrad knapp 43 000 Kilometer zurückgelegt hat. Zum Vergleich: Der Erdumfang beträgt 40 075 Kilometer. Was die ausgebildete Polizistin nach ihrer Ankunft machen will, weiß sie noch nicht. "Erst mal sammeln und Revue passieren lassen", sagt die 25-Jährige, zudem überlegtsie, Dia-Vorträge über ihre Reise zu halten — genügend Material hätte sie zweifellos, auch Fotos hat sie unzählige gemacht. Auf die Frage, warum sie vor drei Jahren aufbrach, um die Welt zu erkunden, antwortet sie: "Ich wollte andere Lebensweisen kennenlernen, fremde Länder sehen, und selber erfahren, was in der Welt so los ist, nicht nur durch die Medien."

Ihre Weltreise hat Swinde Wiederhold im Internet dokumentiert, über die von ihrem Vater Tillmann Wiederhold betreute Homepage www.swinde.de gelangt man auf einen Reise-Blog mit zahlreichen Fotos, auf der Seite finden sich zudem zahlreiche Informationen über Swinde als Person und über ihre Reise.

(RP)
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