Kleve: Weihnachtsbeleuchtung: Händler empört über Rechnung

Kleve: Weihnachtsbeleuchtung: Händler empört über Rechnung

Für diesen Brief fehlt vielen Klever Geschäftsleuten das Verständnis. Kleve Stadtmarketing hat den in der Innenstadt ansässigen Händlern eine Rechnung ausgestellt. Sie sollen für die Aufhängung der Weihnachtsbeleuchtung zahlen.

119 Euro werden von den nicht dem Klever Citynetzwerk (KCN) angehörigen Geschäftsleuten verlangt, für KCN-Mitglieder gibt es einen 50-prozentigen Rabatt. "Sie können der beiliegenden Rechnung entnehmen, welcher Betrag von ihrem Unternehmen zu leisten ist", heißt es in dem Schreiben, das von Stadtmarketing-Chefin Ute Schulze-Heiming unterschrieben ist. Die Rechnungstellung begründet sie damit, dass es in Kleve eine Haushaltssperre gegeben habe und die Stadt nicht länger die Kosten für das Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung übernehme.

Darüber, dass sie eine Rechnung bekommen haben, sind viele Händler nun ungehalten. "So geht das nicht. Ich bezweifle, dass es dafür eine rechtliche Grundlage gibt. Ich hätte ein nettes Anschreiben erwartet, nach dem Motto: Könnten Sie sich vorstellen, einen finanziellen Beitrag zur Beleuchtung zu zahlen?'", sagt Josef Schmidthausen, Goldschmiedemeister in der Kavarinerstraße. "Das Vorgehen von Ute Schulze-Heiming war mit dem jetzigen KCN-Vorstand nicht abgestimmt", betont Max Ingo Festing als zweiter KCN-Vorsitzender. "Um eine Rechnung ausstellen zu können, muss es einen Vertrag und eine erbrachte Leistung geben. Eine solche Vereinbarung zwischen Händlern und Stadtmarketing hat es nicht gegeben", sagt Festing.

Für Andreas Edler, Klever Tabakhändler und ehemaliger KCN-Vorsitzender, steht fest: "Ich werde diese Rechnung zunächst nicht zahlen. Aus zwei Gründen: Die Kommunikation durch das Stadtmarketing ist sehr unglücklich gelaufen. Und das Bezahlmodell, dass alle Händler gleich zur Kasse gebeten werden, ist aufgrund der unterschiedlichen Größe und Umsatzhöhe nicht gerecht."

Stadtmarketing-Chefin Ute Schulze-Heiming rudert bereits zurück. Die Rechnung sei nicht wirklich als Rechnung, sondern mehr als freiwilliger Beitrag zu sehen. "Ich werde den Betrag nicht einklagen wollen und können", sagte Schulze-Heiming gestern im RP-Gespräch. Die Höhe des Beitrages sei variabel. "Jeder Händler kann gerne auch 600 Euro oder nur 40 oder 60 Euro bezahlen." Nur eines sei auch klar, betont die Stadtmarketing-Chefin: "Wenn die 10 000 Euro für die Aufhängung nicht von Seiten der Geschäftsleute zusammenkommen, wird es in diesem Jahr keine Weihnachtsbeleuchtung geben."

(RP)
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