Weihbischof Lohmann kam zur Feierstunde

In Rindern: 50 Jahre im Dialog mit Gott

Goldenes Jubiläum der Hauskapelle der Wasserburg wurde in einem Gottesdienst mit Weihbischof Lohmann gefeiert.

Dialog, Orientierung und Ermutigung waren die Leitgedanken zum 50-jährigen Jubiläum der Kapelle der Wasserburg Rindern. Die drei Aussagen entsprechen den Darstellungen aus dem Kreuzweg in der Hauskapelle des Katholischen Bildungszentrums, die von dem nigerianischen Künstler Tony Nwachukwu als „Weg des Lammes“ gestaltet wurden. „Dialog“ kommt in der achten Station des Kreuzweges zum Ausdruck: „Die Frauen Jerusalems weinen um Jesus.“ „Orientierung“ wird in der neunten Kreuzwegstation sichtbar: „Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz.“

Schließlich geht es bei der sechsten Station um „Ermutigung“: „Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.“ Die Kapelle der Wasserburg war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Weihbischof Rolf Lohmann, gemeinsam mit dem Rektor der Hauskapelle, Dechant Stefan Notz, den Festgottesdienst zum 50-jährigen Weihejubiläum zelebrierte. Die Eucharistiefeier wurde musikalisch durch den Chor „Cantiqua“ eindrucksvoll gestaltet.

Die Wasserburgmitarbeiter Barbara Blau und Markus Toppmöller hatten die liturgischen Texte auf die Leitworte „Dialog, Orientierung und Ermutigung“ abgestimmt. So boten sowohl die Lesung aus dem Buch Nehemia – für eine bessere Verständlichkeit allerdings in einer anderen Übersetzung ausgewählt – als auch das Tagesevangelium nach Matthäus, wichtige Ansatzpunkte zum Leitgedanken des Festtages.

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Auch Weihbischof Lohmann ging in seiner Predigt auf die beiden Schrifttexte und die drei Kreuzwegaussagen ein. Er zitierte den wunderbaren Text der alttestamentlichen Lesung: „Lasst den Mut nicht sinken, denn die Freude am Herrn gibt euch die Kraft!“ Hier erfahre man wirklich geglückte Kommunikation, wie man sie sich im Bildungshaus in Form verschiedener Thematiken wünsche. „Wir brauchen Menschen, die zum Dialog bereit sind. Das erste dabei ist der Dialog mit Gott“, sagte der Weihbischof. Dafür sei die Kapelle der zentrale Ort. „Ich bin sehr dankbar, dass wir hier am Niederrhein die Wasserburg und diese Kapelle haben.“ Die Menschen brauchten solche Einrichtungen.

Auch die Fürbitten bezogen sich auf das Bildungszentrum in Rindern als einen Ort der Begegnung und Ermutigung. Nach jeder Fürbitte wurde dazu eine Kerze entzündet. Eindrucksvoll wurde zur Danksagung der Text „teilnehmen“ vorgetragen. An die Gläubigen wurden nach dem Festgottesdienst Postkarten mit den drei Kreuzwegstationen verteilt. Nach einem Stehempfang im Innenhof der Wasserburg konnte Direktor Kurt Kreiten zahlreiche Gäste, darunter den Architekten der Kapelle, Fritz Poorten, begrüßen. Im Januar 1968 wurde die Hauskapelle der Wasserburg Rindern vom damaligen Weihbischof Laurenz Böggering feierlich eingeweiht. Konzipiert während des II. Vatikanischen Konzils stehe sie beispielhaft für eine neue Epoche sakraler Architektur. Für die Teilnehmenden in der Wasserburg Rindern sei sie ein Ort der Ruhe und Kontemplation, ein Ort der Besinnung abseits des Kursbetriebes und der Ort gemeinsamer Gottesdienste.

„Die Bedeutung einer Hauskapelle war für die Gründer der Bischöflichen Landvolkshochschule schon 1956 unstrittig und zentral“, sagte Dr. Kreiten. Die Kapelle sei ein wichtiger Ort, Spiritualität erlebbar zu machen. Dann lud der Direktor zu einem herrlichen Sommerbuffet und zu guten Gesprächen ein. Für die musikalische Begleitung sorgten Thomas Ruffmann und sein Ensemble Klezmore.