Kreis Kleve: Weeze fliegt weiter

Kreis Kleve: Weeze fliegt weiter

Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hat die Revision gegen den Entzug der Airport-Betriebserlaubnis zugelassen. Die Entscheidung, die gestern überraschend verkündet wurde, stieß im Kreis auf Begeisterung.

LEIPZIG/WEEZE Wie das Urteil aus Münster am 3. Januar 2006, so traf auch die gestrige Revisionsentscheidung aus Leipzig Politik, Flughafen und Wirtschaft aus heiterem Himmel — und löste diesmal statt Entsetzen regelrechte Begeisterungsstürme aus. Vor März hatte im Kreis Kleve niemand mehr ernsthaft mit der Revisionszulassung gerechnet. Partystimmung am Airport selbst: "Eine perfekte Entscheidung", freute sich Flughafengeschäftsführer Ludger van Bebber, "hier atmen alle auf. Jeder andere Weg wäre für uns viel steiniger geworden."

Jürgen Büssow ist zuversichtlich

Weezes Bürgermeister Ulrich Francken ist begeistert: "Das ist ja wohl ein super Tag! Eine tolle Überraschung, unverhofft kommt eben oft. Ich habe alle Hoffnung, dass es jetzt positiv weitergeht." Die Bezirksregierung Düsseldorf, die das Revisionsverfahren führen muss, ist zuversichtlich und sieht sich bestätigt. Regierungspräsident Jürgen Büssow: "Nicht förmlich, aber materiell haben wir die Umweltverträglichkeitsprüfung ja vorgenommen. Ohne diese 300 Seiten hätten wir uns doch nie getraut, die Genehmigung überhaupt zu erteilen." Das Bundesverwaltungsgericht müsse nun entscheiden, ob es und wie es künftig noch Konversionen militärischer Objekte in eine zivile Nutzung geben könne. Büssow: "Die Frage lautet: Sind diese Verfahren privilegiert oder sind sie es nicht?"

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Politik und Wirtschaft am nördlichen Niederrhein begrüßten die Leipziger Entscheidung einhellig. Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der IHK: "Ich habe einen Freudensprung gemacht. Die ganze Region kämpft für diesen Flughafen. Wir sind noch nicht am Ziel, aber es ist ein Etappensieg, der ermutigt und die positive Entwicklung des Flughafens weiter fördert."

Der Mann, für den die Leipziger Entscheidung am wichtigsten ist, wird sie übrigens heute erst aus der Zeitung erfahren: Flughafen-Mehrheitseigentümer Herman Buurman weilt im Urlaub und war gestern auch für seine Mitarbeiter nicht zu erreichen.

(RP)
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