Kalkar: Wasserkraft für Kernie

Kalkar : Wasserkraft für Kernie

Im Rhein vor dem Wunderland Kalkar soll ein neuartiges Flusskraftwerk entstehen – dafür werben die SPD Kalkar und die Leitung des Vergnügungsparks. Das Projekt sei umweltfreundlich und eine gute Alternative zur Windkraft.

Im Rhein vor dem Wunderland Kalkar soll ein neuartiges Flusskraftwerk entstehen — dafür werben die SPD Kalkar und die Leitung des Vergnügungsparks. Das Projekt sei umweltfreundlich und eine gute Alternative zur Windkraft.

Als Standort für ein Flusskraftwerk im Gespräch: der Rhein am Wunderland Kalkar. Foto: Andreas Endermann

Es lässt sich bei jedem Spaziergang am Rhein beobachten: Schiffe, die flussaufwärts fahren, arbeiten sich langsam den Strom hinauf, während die entgegenkommenden Kähne scheinbar mit Leichtigkeit flussabwärts unterwegs sind.

Geht es nach der SPD Kalkar und dem Wunderland Kalkar, soll diese Kraft bald auch zur Energiegewinnung genutzt werden. Ein schwimmendes Wasserkraftwerk in der Form eines Pontons soll umweltfreundlich Strom erzeugen. Ein potenzieller Standort für das Projekt ist bereits gefunden: das Rheinufer vor dem Wunderland Kalkar.

Vorbild für das Vorhaben ist eine Anlage in Magdeburg. An der Elbe installierte die Energie Handel GmbH ein Flusskraftwerk mit einer Kapazität von 130 Kilowatt und einer Jahresleistung von einer Million Kilowattstunden.

Es ähnelt optisch einem Katamaran oder einem Bootsanleger. In der Mitte ist ein Schaufelrad angebracht, das einen Generator antreibt. Die Kosten für ein erstes derartiges Flusskraftwerk am Rhein würden bei rund 200 000 Euro liegen, so Jochem Reinkens, Fraktionsvorsitzender der SPD Kalkar, gestern bei der Vorstellung des Projekts.

Aus mehreren Gründen würde sich der Vergnügungspark im ehemaligen "Schnellen Brüter" für ein solches Vorhaben eignen. Die vorhandene Infrastruktur würde die Einspeisung des Stroms in das Netz einfacher machen als an anderen Standorten. Zudem wäre das Wunderland so um eine Attraktion reicher.

"Die Besucher könnten sich das Flusskraftwerk anschauen und nachvollziehen, wie es funktioniert", sagte Han Groot-Obbink, Geschäftsführer des Wunderlands. Auch eine Beteiligung sei denkbar. Denn die Energiekosten für den Vergnügungspark würden derzeit bei rund 650 000 bis 700 000 Euro pro Jahr liegen. "Zudem wäre das Projekt ein Imagegewinn", sagte Groot-Obbink.

Doch bis es überhaupt so weit ist, muss die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und politischen Gremien gesucht werden. Den Anfang soll nächste Woche ein Informations-Abend bilden (siehe Info-Kasten). Reinkens und Marco Van de Löcht, Vorsitzender SPD Kalkar, betonen, dass ein solches Kraftwerk keine Beeinträchtigung für den Schiffsverkehr wäre. Dadurch, dass es vom Ufer nur zwölf Meter in den Fluss rage, sei es kein Hindernis.

Von den Vorteilen der Flusskraftwerke ist Reinkens überzeugt: "Man darf nicht nur so fokussiert sein auf Windkraft und Photovoltaik." So würden sich derartige Kraftwerke viel besser in die Landschaft einfügen als Windkrafträder, die zudem noch unbeständig Strom produzieren.

Bei der Umsetzung des Projekts sei für Reinkens auch eine weitere Anlage in den Niederlanden denkbar — so könnten Fördermittel für das Projekt generiert werden. "Es ist fast schon sträflich, dass der Rhein bisher nicht für Energiegewinnung genutzt wurde", sagte Reinkens.

(RP)