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Kreis Kleve: Was sich die Jugend von Europa wünscht

Kreis Kleve : Was sich die Jugend von Europa wünscht

Umweltschutz liegt ganz vorne, Währungsstabilität ist fast kein Thema: Der niederrheinische CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz hat Schüler des Kalkarer Gymnasiums getroffen. Sie offenbarten dabei ihre Wünsche für Europa.

In welche Richtung soll sich Europa zukünftig entwickeln? Eine Grundsatzfrage, über die Staatsmänner und Europaabgeordnete streiten wie kaum über ein anderes Thema. Welche Entscheidungen gefasst, welche Verträge auch immer ratifiziert werden - eines bleibt sicher: Es ist die Jugend, die Europas Zukunft mit Leben füllen muss. Höchste Zeit also, einmal bei den Jugendlichen nachzufragen, wie sie sich ihr zukünftiges Europa vorstellen.

Der Kreis Klever Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz (CDU) hat das Jan-Joest-Gymnasium in Kalkar besucht, um Schülern der ehemaligen Klasse 9c Rede und Antwort zu stehen. Zu seiner Aufgabe im Parlament, zur Europawahl, zur Politik in Zukunft. Ein halbes Jahr lang hat sich die Klasse mit Europa beschäftigt. Um die Stimmen aller Schüler des Gymnasiums einzufangen, waren zudem Boxen in der Schule aufgestellt: "Meine Wünsche an Kalkar" und "Meine Wünsche an Europa". Mehr als 500 Zettel landeten in der Europabox, für Kalkar kamen gar 900 zusammen. "Und fast alle waren ernst gemeint, wir mussten nur ganz wenige aussortieren", sagt Marvin Hoffmann (15).

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Ganz vorne landete dabei der Umwelt- und Tierschutz. Ein Feld, auf dem Karl-Heinz Florenz als Mitglied des Ausschusses für Umweltfragen zuhause ist. "In meiner Jugend habe ich Kalkar durch den Protest gegen das Atomkraftwerk kennengelernt", sagt der gelernte Bankkaufmann und Landwirtschaftsmeister. "Ich habe den Brüter damals für eine Höllenmaschine gehalten." Momentan arbeite er an einem Papier, das im Dezember auf dem Weltklimagipfel in Lima vorgestellt werden soll. "Es handelt sich um ein Diskussionspapier, das die USA und China auf unsere Seite ziehen soll. Wir können uns so anstrengen wie wir wollen, wenn woanders die Wälder abgeholzt werden", meint der Abgeordnete.

Schüler Steffen Gimske (15) wünscht sich größere Subventionen für Elektro-Autos in Europa. "Das ist für mich die Technik der Zukunft", sagt er. Marvin Hoffmann möchte Massentierhaltung europaweit abschaffen. "Es ist schlimm, was man in den Zeitungen und im Fernsehen davon mitbekommt", sagt er.

Ebenfalls ganz oben auf der Liste der Schüler: der Wunsch nach dauerhaftem Frieden in Europa. "Je älter man wird, desto mehr beschäftigt man sich mit Konflikten wie in der Ukraine", sagt Marvin Hoffmann. Ebenfalls einen der vorderen Plätze konnte sich überraschend der Wunsch nach härteren Strafen in ganz Europa sichern.

Die Schüler wünschen sich also ein friedliches, grünes und sicheres Europa - und trauen das mit großer Mehrheit offenbar am ehesten der CDU zu. Bei der simulierten U-18-Europawahl im Mai holten die Christdemokraten jedenfalls 41,8 Prozent der Stimmen von Kalkarer Gymnasiasten, gefolgt von 15,5 Prozent für die Grünen und 10,6 Prozent für die SPD. Die Tierschutzpartei landete mit 7,4 Prozent auf dem vierten Platz, die FDP mit 2,8 Prozent dahinter.

Bürokratieabbau und Währungsstabilität in Europa sind in den Köpfen Jugendlicher wohl kaum ein Thema - beides landete auf den hinteren Rängen der Wunschboxen.

Karl-Heinz Florenz möchte die Neugierde an Europa, die bei den Schülern geweckt worden ist, so oder so lebendig halten. "Darum lade ich die Projektteilnehmer dazu ein, uns demnächst in Brüssel zu besuchen", sagt er.

(RP)