Hausarztpraxen impfen schon Warum der Kreis Kleve noch nicht den Omikron-Impfstoff nutzt

Kreis Kleve · Die an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffe werden vom Kreis noch nicht verimpft – von einigen Ärzten aber schon. Die Vakzine sind von der Europäischen Kommission schon zugelassen, eine Empfehlung der Stiko steht allerdings noch aus.

 Einige Hausarztpraxen impfen schon mit dem neuen Impfstoff.

Einige Hausarztpraxen impfen schon mit dem neuen Impfstoff.

Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Das Coronavirus entwickelt sich weiter, der Impfstoff entsprechend auch. Die Omikron-Untervariante BA.1 hatte im vergangenen Winter für einen massiven Anstieg der Infektionen gesorgt. Inzwischen hat in Deutschland aber die seit Mitte Juni dominierende Sublinie BA.5 andere Varianten fast vollständig verdrängt. Die Europäische Kommission hat bereits Impfstoffe zugelassen, die gezielt für eine der Corona-Varianten entwickelt worden sind. Sie können auch von Ärzten im Kreis Kleve bestellt werden.

Der BA.1-Impfstoff ist bereits verfügbar, der gegen die BA.4- und BA.5-Varianten  soll es noch in diesem Monat sein. „Wir wissen, dass Praxen im Kreis Kleve den BA.1-Impfstoff bereits verimpfen“, sagt Kreis-Sprecher Benedikt Giesbers. Beim offiziellen Impfangebot des Kreises Kleve werden die neuen Omikron-Impfstoffe allerdings noch nicht eingesetzt. Der Grund: Die Ständige Impfkommission hat noch keine Empfehlung für sie ausgesprochen. Dementsprechend hat auch das NRW-Gesundheitsministerium noch nicht seine Erlasslage angepasst. Und an die hält sich der Kreis Kleve. „Wir bereiten uns darauf vor und könnten auch kurzfristig starten“, sagt Giesbers.

Die Nachfrage nach Auffrischungsimpfungen bleibt nach Angaben des Deutschen Hausärzteverbands eher gering. Es sei nach wie vor verwirrend, wenn man drei verschiedene Auffrischungsimpfungen zur Auswahl habe, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt. Das führe zu Beratungsbedarf in den Praxen. „Manchmal wäre es auch besser, wenn die Ankündigung nicht ganz so vollmundig käme und man abwartet, was die Stiko sagt“, so Weigeldt.

Im Kreis Kleve hat es in der vergangenen Woche 760 Corona-Impfungen gegeben. Davon waren mit 674 der größte Teil vierte Impfungen. Erstimpfungen gab es keine.

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