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Kleve/Rees: VVV übergibt die Leisner-Gedenktafel

Kleve/Rees : VVV übergibt die Leisner-Gedenktafel

Objekt des Bocholter Künstlers Jürgen Ebert listet all diese wichtigen Daten aus dem Leben des Priesters auf. Sein Geburtshaus stand an der Florastraße. Die Nationalsozialisten brachten ihn ins KZ. Kurz nach dem Krieg verstarb er.

"Karl Leisner ist einer der bedeutendsten Söhne unserer Stadt", betonte Bürgermeister Christoph Gerwers an jenem Ort, an dem einst das Reeser Geburtshaus des katholischen Priesters und Märtyrers stand. Der 1996 durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochene Geistliche wurde am 28. Februar 1915 in der Bahnhofstraße 5, heute Florastraße 11, als Sohn von Wilhelm und Amelia Leisner geboren, am 25. März 1939 zum Diakon geweiht und am 9. November desselben Jahres während einer Heilkur in St. Blasien wegen seiner Hitler-Kritik von der Gestapo verhaftet und ins KZ Sachsenhausen gebracht. Am 14. Dezember 1941 kam er ins KZ Dachau, wo ihn am 17. Dezember 1944 ein inhaftierter französischer Bischof zum Priester weihte. Nur wenige Monate nach der Befreiung des KZ Dachau starb Leisner am 12. August 1945 an den Folgen seiner Lungenkrankheit.

Die neue Gedenktafel des Bocholter Künstlers Jürgen Ebert listet all diese wichtigen Daten aus dem Leben des Priesters auf. Bernd Hübner, der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV), übergab der Stadt Rees die Skulptur am 75. Jahrestag von Leisners Verhaftung. "Bei vielen Stadtführungen fragen Besucher, wo genau das Geburtsthaus stand", sagte Hübner und weiter: "Weil es im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört wurde, will der VVV mit dieser Tafel an jenen Ort erinnern." Der VVV-Vorsitzende dankte seinem Vorgänger Rolf Albring und dessen Frau Gertrud für die Idee und Hilfe bei der praktischen Umsetzung. Karl Leisners Nichte Monika Kaiser-Haas erinnerte daran, dass in Rees, speziell im Elternhaus, im katholischen Kindergarten der Töchter vom Heiligen Kreuz und in Leisners Taufkirche St. Mariä Himmelfahrt, wichtige Grundsteine für den Glauben ihres Onkels gelegt wurden.

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In den insgesamt 2003 Tagen, die er in Gefängnissen und Konzentrationslagern verbringen musste, habe ihm der tiefe Glaube an Gott stets geholfen. Und ausgerechnet in der "Hölle des Konzentrationslagers Dachau, im Block 26 in der Lagerkapelle" sei sein sehnlichster Wunsch in Erfüllung gegangen: die Priesterweihe. "Seine Eltern ließen sich an diesem Tag von Niedermörmter mit dem Boot über den Rhein nach Rees rudern, um an einem Gottesdienst in Karl Leisners Taufkirche teilzunehmen", berichtete Monika Kaiser-Haas. Sichtlich gerührt bedauerte sie, dass ihre Mutter Elisabeth Haas der Reeser Feierstunde, die musikalisch vom Vokalensemble TimeOut begleitet wurde, nicht mehr beiwohnen konnte. Karl Leisners jüngste Schwester starb am 9. September 2014 in Kleve. Zu Ehren von Karl Leisners 100. Geburtstag stellt die katholische Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt noch bis Februar 2015 eine illustrierte Infotafel aus. Vor der Kirche steht seit 2005 auch die bronzene Karl-Leisner-Büste, die ebenfalls vom Bocholter Künstler Jürgen Ebert stammt und vom VVV gestiftet wurde. Am Samstag, 28. Februar 2015, wird Weihbischof Wilfried Theising um 18.30 Uhr ein Festhochamt in der Reeser Pfarrkirche abhalten. Zuvor trifft sich der Internationale Karl Leisner-Kreis im Bürgerhaus zu seiner Jahreshauptversammlung. Der IKLK hat die Heiligsprechung Karl Leisners beantragt und hofft im Jubiläumsjahr auf eine positive Entscheidung. Das städtische Museum Koenraad-Bosman eröffnet 2015 eine Karl-Leisner-Wanderausstellung des Bistums Münster. Von weiteren Aktivitäten wollen der Verkehrs- und Verschönerungsverein und die Stadt Rees aber absehen, weil zu Karl Leisners 100. Geburtstag auch in Kleve, wo er ab seinem sechsten Lebensjahr wohnte und zur Schule ging, und im Xantener Dom, in dessen Krypta Leisner beigesetzt ist, mehrere Gedenkveranstaltungen stattfinden.

(RP)