Kreis Kleve: Voßeler erneut im Landtag

Kreis Kleve : Voßeler erneut im Landtag

Nur gut 44 Prozent: Zwar zieht Margret Voßeler (CDU) erneut in den NRW-Landtag ein. Doch das Ergebnis ist enttäuschend. Zufriedenheit herrschte dagegen bei Norbert Killewald (SPD) und Ansgar Thüs (Piraten).

Angefressen. Enttäuscht. Niedergeschlagen. Mit diesen Begriffen lässt sich wohl die Stimmung von Margret Vosseler beschreiben, als die Issumerin gestern im Kreishaus in Kleve nach und nach die Präsentation der Wahlkreis-Ergebnisse verfolgte. Mit 44,75 Prozent zog die CDU-Kandadatin zwar erneut ungefährdet in den Düsseldorfer Landtag ein. Doch erst beim abendlichen Pizza-Essen mit den Kindern in Kevelaer dürfte die schlechte Stimmung über das Wahlergebnis so langsam verraucht gewesen sein.

Denn von den 50,6 Prozent der letzten Landtagswahl vor zwei Jahren war Voßeler doch relativ weit entfernt. Und die Gründe dafür sah sie nicht im Bund oder in der kommunalen Politik vor Ort. Sondern in Düsseldorf. "Dort sind schon Fehler gemacht worden", erklärte sie gegenüber der RP — ohne allerdings in Details zu gehen. Doch der "Röttgen-Faktor" dürfte schon seinen Teil zu dem Ergebnis beigetragen haben, war aus ihren Worten zu entnehmen.

Hochstimmung herrschte dagegen bei den Piraten. Nach 1,6 Prozent vor zwei Jahren holte Ansgar Thüs gestern satte 7,91 Prozent. Da war die Stimmung beim abendlichen gemeinsamen Grillen sicherlich bestens. "Wir müssen jetzt Inhalte produzieren. Und dazu brauchen wir Mitglieder mit entsprechender Fachkompetenz", wagte der Weezer auch gleich einen Blick in die Zukunft.

Keine Euphorie, aber Gelassenheit herrschte bei den Grünen. Für sie holte Bernd Bianchi 8,05 Prozent — ein ähnliches Ergebnis wie vor zwei Jahren, als er 8,6 Prozent verzeichnen konnte. Froh war der Polizist aus Geldern vor allem darüber, dass die Piraten nicht zu übermächtig geworden sind — vor allem mit Blick auf die Zweitstimmen (8,7 Prozent Grüne, 7,98 Prozent für die Piraten): "Es scheint so, als ob nicht alle Jungwähler ihre Stimme für diese neuen Partei gegeben hätten."

Während Katrin Töpfer für die Linke überschaubare 1, 84 Prozent an Erststimmen und einen ähnlichen Wert an Zweitstimmen verbuchen konnte, war Norbert Killewald einer der Sieger des Abends. Denn der SPD-Kandidat aus Kevelaer holte immerhin 32,32 Prozent bei den Erststimmen — nach 29,2 Prozent vor zwei Jahren. Doch Killewald war nicht so vermessen, den Gewinn allein auf seinen persönlichen Wahlkampf zurückzuführen. Er habe auch vom Gesamt-Trend für die SPD profitiert, so der Genosse.

Zufriedenheit herrschte auch bei Brigitte Viefers. Zwar konnte die Issumer Liberale mit fünf Prozent der Stimmen nicht ganz das Ergebnis von Michael Traurig vor zwei Jahren erreichen (sechs Prozent). Doch angesichts des Gesamtergebnisses der FDP im Land war Viefers das vollkommen egal.

(RP/url)